Das "Rehkitz-Zwillingspaar" wurde von der Kitzrettung vor dem sicheren Tod bewahrt.
Kreis Heinsberg. Die Kreis-Jägerschaft-Heinsberg (KJH) ist seit vielen Jahren aktiv in Sachen Kitzrettung unterwegs und kann jährlich mehr als 100 Tiere vor dem sicheren Tod retten. Die neugeborenen Rehkitze werden von den Mütter in Feldern, zumeist Gras- oder Kornfelder, abgelegt. Das Muttertier (die Ricke) ist immer in der Nähe, um das geruchsarme Junge zu säugen. Die KJH ist stolz darauf, dass sie mit ihren ehrenamtlichen Helfern jedes Jahr aufs neue schaffen, viele Rehkitze zu retten.
Bis in den frühen Morgen
Früh morgens gegen drei Uhr ziehen die Retter los, um die jungen Tiere zu orten und vor den landwirtschaftlichen Geräten zu sichern. Dabei helfen die Landwirte tatkräftig mit, in dem sie die zu mähenden Felder vorher der Kitzrettung melden und ihnen somit die Möglichkeit geben, in diesen Parzellen nach abgelegten Rehkitzen zu schauen.
Das Team der KJH besteht aus zwei Drohnen-Piloten und mindestens zwei Helfern. Die Drohne ist mit einer Wärmebildkamera ausgestattet und kann so die Kitze im Feld lokalisieren. Ist ein Tier gesichtet worden, wird den Helfern der Standort mitgeteilt und sie betten es um. Dabei achten sie darauf, dass das Kitz nicht mit den blossen Händen angefasst wird, da es sonst von der Ricke abgestoßen wird. Erst kürzlich haben die Retter ein Rehkitz gefunden, dass wohl ohne Mutter ist, da diese bei einem Wildunfall überfahren wurde. Die Helfer haben das Kitz in die Obhut eines erfahrenen Jägers gegeben, der dies seit einigen Wochen versorgt und aufzieht. „Mittlerweile ist es aus dem schlimmsten raus und entwickelt sich ganz toll. Wir sind froh, dass wir es frühzeitig retten konnten. Kürzlich haben wir gleich zwei Kitze gerettet, die als Zwillinge zur Welt kamen. Vor Jahren konnten wir sogar einen „dreier Wurf“ retten“, meinte Wolfgang Jansen, der stets als Helfer in der Nacht dabei ist. Das Rettungsteam muss mit Sonnenaufgang seine Arbeit beenden. Dann können sie mit der Wärmebildkamera aufgrund der zu geringen Temperaturunterschiede in den Feldern keine Rehkitze mehr finden.
