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Für jeden gefallenen Baum soll es bald vier Nachfolger geben

Redaktion Veröffentlicht:13. November 2019 | Aktualisiert:14. November 2019 3 Minuten gelesen

Geilenkirchen. Wenn künftig in Geilenkirchen ein Baum gefällt werden muss, sei es wegen der Verkehrssicherheit, Baumaßnahmen, Krankheit oder Sturmschäden, werden für ihn vier neue Bäume angepflanzt. Bis dieser Beschluss im Umwelt- und Bauausschuss gefasst wurde, gab es nach Geilenkirchener Tradition erst einmal heftigen Streit.

In der Begründung der Grünen als Antragsteller wies deren Sprecher Jürgen Benden darauf hin, dass es höchste Zeit zu handeln sei. In der ausführlich schriftlichen Begründung war ausgeführt worden, dass Geilenkirchen mit unter zehn Prozent Waldanteil an seiner Fläche zu den waldärmsten Gemeinden in Deutschland zähle. Vier Bäume nach zu pflanzen sei nötig, um den Verlust bei der Schadstoffaufnahme von älteren Bäumen auszugleichen, da die neuen Bäume rund 20 Jahre bräuchten, bis ihrer Kronen ausreichend ausgebildet seien. Außerdem werde sichergestellt, dass langfristig der geringe Baumanteil in Geilenkirchen erhöht werde.

Für eine überflüssige Bevormundung hielt Karl-Peter Conrads (CDU) den Inhalt des Antrags. Es sei ohnehin schon gängige Praxis, abgängige Bäume zu ersetzen. Anders die Bürgerliste, deren Sprecher Helmut Gerads den Antrag positiv sah. Dem folgten auch Sprecher anderer Fraktionen wie Christoph Grundmann (SPD) der meinte „Es muss etwas passiern“, oder Wilfried Kleinen (Geilenkirchen bewegen und FDP), der sich allerdings gegen die Formulierung „mindesten vier Ersatzbäume“ aussprach, da die Anzahl auch von den jeweils örtlichen Verhältnissen abhängig sei.

Beigeordneter Herbert Brunen mischte sich in die Diskussion, indem er feststellte, die Stadt brauche einen klaren und bindenden Beschluss, um handeln zu können. Karl-Peter Conrads, dem Grünen-Sprecher Jürgen Benden „Schmierentheater“ vorwarf, formulierte dann einen Beschlussvorschlag, der unter anderem vorsah, dass die Stadt jährlich eine Fläche von einem Ar für Neuanpflanzungen bereitstellen sollte.

 

Ein sich anbahnender Streit darüber, welcher Antrag der weitergehende sei, konnte sich nicht vertiefen, weil sich abzeichnete, dass zumindest Teile der CDU-Fraktion nach einem Vorschlag von Helmut Gerads (Bürgerliste) ihre Meinung geändert hatten. Gerads hatte vorgeschlagen, dem Antrag der Grünen für eine befristete Zeit von zwei Jahren zuzustimmen, danach könne die Verwaltung über die Erfahrungen berichten. Auch gab es geringe Änderungen am Antrag wie die Streichung des Wortes „mindestens“ bei den vier Ersatzbäumen oder die Änderung, dass ein jährlich schriftlich vorgelegter Erfahrungsbericht der Verwaltung zur Information ausreiche. Der Ausschuss akzeptierte schließlich den Grünen-Antrag bei einer Befristung von zwei Jahren mit 15 Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen und einer Gegenstimme. (mh)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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