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Einstimmiger Beschluss: Geilenkirchen erinnert an die Nazi-Opfer

Redaktion Veröffentlicht:9. Februar 2012 | Aktualisiert:3. März 2022 2 Minuten gelesen

Von Manfred Hahn

Geilenkirchen. Die akribische und engagierte Vorbereitung hat sich gelohnt: Der Antrag der Geilenkirchener Bürgergruppe auf Verlegung von „Stolpersteinen“ zum Gedenken an die Geilenkirchener Opfer des Nationalsozialismus fand am Mittwochabend einhellige Zustimmung im Haupt- und Finanzausschuss. Geilenkirchen wird damit Bestandteil des größten dezentralen Mahnmals für die Nazi-Opfer in Europa. Die Aktion „Stolpersteine“ ist von dem Kölner Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen wurden, bisher wurden mehr als 33.000 Stolpersteine verlegt. Es handelt sich dabei um Platten mit Namen von Opfern, meist deportierte und ermordete Menschen jüdischen Glaubens, die auf Gehwegen oder Flächen vor den ehemaligen Wohnungen der Opfer verlegt werden. Geilenkirchen – daran hatte die Bürgerinitiative erinnert – hatte eine der größten jüdischen Gemeinden in der Region Aachen. Keiner der in der Nazizeit Deportierten kehrte zurück.

Für die Verlegung der Stolpersteine in Geilenkirchen gibt es verschiedene Varianten, die nach den Gegebenheiten am Verlegungsort variieren können. Für die Stadt, so Bürgermeister Thomas Fiedler, enstehen dabei nur sehr geringe Kosten. Die „Steine“ selbst werden von Sponsoren finanziert, nur das Einsetzen sollen Mitarbeiter des Bauhofs erledigen.

Die Sprecher aller Fraktionen im Haupt- und Finanzausschuss zeigten Hochachtung für die Arbeit der Bürgerinitiative und Zustimmung für diese Art der Erinnerungsarbeit. Dass es dennoch zu einer kurzen Diskussion kam, dafür sorgte ein Antrag der SPD. Diese stieß sich an der Freiwilligkeit der Aktion. Das heißt: Ohne Zustimmung der aktuellen Hausbesitzer werden keine Steine verlegt. Die SPD wollte deshalb beantragen, dass im Falle von Ablehnungen die jeweiligen Namenssteine an einem noch zu bestimmenden zentralen Ort in der Stadt angebracht würden. „Wenn nur einer (Hausbesitzer) nein sagt,  ist das Opfer für immer vergessen“, erläuterte Uwe Eggert den SPD-Antrag. Strikt dagegen äußerte sich für die CDU Wilhelm Josef Wolff. Auch die Freiwilligkeit sei schließlich ein hohes Gut.

Die kurze Diskussion über diesen Antrag  konnte den Konsens in der Sache jedoch nicht gefährden. Die öffentliche Abstimmung über den Antrag der Bürgerinitiative ergab ein einstimmiges Ja.  Der Inhalt des SPD-Antrags ( Zentraler Ort für „abgewiesene“ Stolpersteine)  soll dennoch weiter im Auge behalten werden. Falls es Ablehnungen von Hausbesitzern gibt, wird auch die Meinung des Künstlers Gunter Demnig eingeholt werden müssen. Der Initiative wünschte Bürgermeister Fiedler abschließend  weiterhin viel Erfolg für ihre Arbeit.

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