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Museumsreif – NATO E-3A-Verband übergibt Flugzeugteile an Deutsches Museum in München

Redaktion Veröffentlicht:10. Februar 2012 | Aktualisiert:3. März 2022 2 Minuten gelesen
Kein Schrott, sondern eine Rarität: Brigadegeneral Burkhard Pototzky (2. v.r.), Kommandeur des NATO E-3A-Verbandes, übergibt das Instrumentenpanel einer Boeing 707 an Dr. Ludwig Dorn (2. v.l.), den Kurator für Luftfahrt des Deutschen Museums München, und Harald Scholpp (1. v.r.), Spezialist für Flugzeugrestaurierung in der Werkstatt des Museums. Initiiert wurde die Übergabe von Oberstleutnant Gero Ronneberger (1. v.l.), Leiter des Flugsimulators des E-3A-Verbandes. Und auch der für die Ausbildung der Crews auf der NATO Air Base zuständige Training Wing Commander, Oberst Marco Francesco d’Asta (Mitte), freut sich, dass nicht mehr benötigte Simulatorteile nun einen Ehrenplatz im Museum bekommen. Foto: NATO E-3A-Verband

Geilenkirchen. Der Kommandeur des NATO E-3A-Verbandes, Brigadegeneral Burkhard Pototzky, hat in dieser Woche Flugzeugteile an das Deutsche Museum in München übergeben. Symbolisch überreichte er auf der NATO Air Base Geilenkirchen einem Vertreter des weltberühmten naturwissenschaftlich-technischen Museums ein Instrumentenpanel. Weitere Cockpit-Teile sollen später ausgewählt und dem Deutschen Museum übergeben werden.

Im Dezember hatte der NATO E-3A-Verband sein letztes Ausbildungs-und Transportflugzeug (TCA, Trainer Cargo Aircraft) außer Dienst gestellt. Bei den TCA-Maschinen, die viele Jahre im Dienst der NATO flogen, handelte es sich um modifizierte Boeing 707-320C. Flugzeuge vom Typ Boeing 707 waren allerdings nicht nur militärisch genutzt, sondern auch von zivilen Fluggesellschaften gekauft worden. Und so konnten zivile und militärische Flugzeugbesatzungen dieselben Simulatoren zur Ausbildung nutzen. Auch auf der Air Base in Geilenkirchen stand lange Zeit ein Simulator, der zuvor der Lufthansa gehört hatte.

Einige Flugzeugteile aus diesem ehemaligen Lufthansa-Simulator konnte man später in einem neuen Simulator verbauen, andere hingegen waren eindeutig „museumsreif“. „Einfach verschrotten wollten wir diese Teile aus unserem guten alten Lufthansa-Cockpit nicht“, erklärt General Pototzky. „Viel zu schade, denn die alten Original-Instrumente haben mittlerweile Seltenheitswert.“

Es lässt sich nicht leugnen: Im Laufe von fünf Jahrzehnten ist aus einer einst begehrten „fliegenden Lady“ eine betagte Dame geworden. Als die Boeing 707 Ende der 1950er Jahre auf den Markt kam, war sie ein Prestige-Objekt ziviler Fluggesellschaften. Auch viele Staaten setzten die Boeing 707 als Regierungsflugzeug ein. So waren zwei der TCA, die in Geilenkirchen stationiert waren, zuvor „Kanzlermaschinen“ der Bundesrepublik Deutschland gewesen und wurden von der Flugbereitschaft der Luftwaffe geflogen.

Für das Deutsche Museum in München sind die Außerdienststellung der TCA und vor allem der Umbau des alten Simulators ein Glücksfall. Denn im Museum steht das Cockpit einer Boeing 707 aus dem Jahr 1959. Nur fehlen in diesem Cockpit noch einige Original-Instrumente und Bauteile, die schon lange nicht mehr hergestellt werden. Mit den Teilen aus dem alten Lufthansa-Simulator kann das Museum nun das historische Boeing 707-Cockpit komplettieren – und luftfahrtinteressierte Besucher aus aller Welt können in der bayrischen Landeshauptstadt hoffentlich bald ein komplett erhaltenes Original-Boeing 707-Cockpit bewundern. „Für luftfahrtinteressierte Besucher wird dieses Ausstellungsstück sicherlich ein Highlight im Museum an der Isar sein“, ist General Pototzky überzeugt.

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