Steuer für Listenhunde steigt um mehr als 40 Prozent – Generelle Erhöhung der Hundesteuer

Mehreinnahmen von mindestens 35.000 Euro pro Jahr für die Stadtkasse

Da kann man nur die Augen zu machen: Für Listenhunde wird in Geilenkirchen die Steuer ab Januar um mehr als 40 Prozent erhöht.

Geilenkirchen. Mit den Stimmen der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Geilenkirchen sowie der FDP wurde in der letzten Sitzung die Erhöhung der Hundesteuer beschlossen. In einer wiederholt kontrovers geführten Diskussion verteidigte der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten, Manfred Schumacher, die Entscheidung seiner Partei, die Steuer zu erhöhen: „Wir wollen mit der Erhöhung den Leuten nicht das Geld aus der Tasche ziehen. Aber seit Jahren wurde diese Steuer bei uns nicht erhöht“, begründet Schumacher. Dabei fällt die Steigerung unterschiedlich „moderat“ aus. Lediglich bei den Listenhunden gibt es eine Steigerung um mehr als 40 Prozent. Und genau das stört den Fraktionsvorsitzenden der Bürgerliste, Christian Kravanja. Er meint, dass die Erhöhung bei den Listenhunden viel zu hoch sei. Er hätte sich eine generelle Steigerung um 10 Prozent vorstellen können. Ebenso wie die Bürgerliste lehnte auch die SPD den Beschlußvorschlag ab: „Es ist nicht die richtige Zeit für Erhöhungen. Wir lehnen diese deshalb auch ab“, so Marko Banzet. Eigentlich wollte die CDU eine noch höhere Steuer für die Listenhunde durchsetzen. Die CDU beantragte in ihrem Schreiben an die Bürgermeisterin die Erhöhung für einen Listenhund auf 500.-€ und bei zwei oder mehreren Listenhunden sogar auf 750.-€ pro Hund. Diese Erhöhung konnte die CDU jedoch nicht durchsetzen.

In Geilenkirchen sind etwas mehr als 3000 Hunde angemeldet. Davon fallen 31 in den Bereich „Listenhunde“. Für die Stadt dürfte dies in den kommenden Jahren Mehreinnahmen von mehr als 35000.- € pro Jahr bedeuten.

Der Beschluß sieht nunmehr vor, dass ab dem 1. Januar 2023 folgende Steuersätze für Hunde gelten:

Ein Hund   70.- €  bisher 60.- €

Zwei Hunde   90.- € bisher 82.- €  (pro Hund)

Drei und mehr Hunde  110.- € bisher 96.- € (pro Hund)

Ein gefährlicher Hund (Listenhund)    420.- €  bisher 300.- €

Zwei oder mehrere Hunde (Listenhunde)   575.- €  bisher 410.- € (pro Hund)

 

5 Kommentare

  1. „Aber seit Jahren wurde die Steuer nicht erhöht“ – na und? Was ist das für eine sinnfreie Begründung. Vor allem aktuell… Die Steuer wird absolut nur aus dem Grund erhöht, dass die Stadtkasse aufgebessert wird. Weil die Hundesteuer nicht zweckgebunden ist. Es ist ohnehin eine Frechheit, dass zwei Hunde plötzlich pro Hund mehr kosten, als einer alleine. Das unterstützt nicht die artgerechte Rudelhaltung. Diese Steuererhöhung ist unverschämt! Insbesondere, die unverhältnismäßige Erhöhung der Listenhundesteuer ist … ohne Worte!! Die Politiker sollten sich schämen!!!!!!

  2. Grundsätzlich muss man sich als Bürger einmal die Frage stellen, wofür Städte und Gemeinden Hundesteuer erheben? Schaut man in die Hundesteuersatzung der Stadt Geilenkirchen, so findet man hierzu eigentlich keine verständliche Antwort. Aber, man kann feststellen, dass es seit Jahrzehnten eine gern gesehene Einnahmequelle für die Stadtkasse ist. Sicherlich werden die Steuereinnahmen nicht zum Wohl der vierbeinigen Lieblinge vieler Bürger eingesetzt. Mit den Mitteln werden keine Hundekot-Tüten an den einschlägigen Tretminenwegen unserer Stadt platziert – nein, das machen viele Hundehalter schon von sich aus. Auch werden keine Bäume davon angeschafft, an denen der Vierbeiner auf 3 Pfoten steht. Ein „öffentliches Hundeklo“ gibt es auch nicht. Also liebe Stadtverordneten, wofür gebt ihr die Hundesteuer aus?
    Und eines muss ich auch noch sagen: Bei den meisten Steuerzahlenden Hundehaltern gehört der Hund zur Familie – ist echtes Familienmitglied. Viele ältere Menschen haben eben im Alter keinen besseren Freund als den Hund. Da fällt es mit Aufwandsentschädigungen überschütteten Ratsmitgliedern leicht, sich nicht entsinnen zu können, wer Bürger und Wähler ist. Man entsinnt sich nicht, dass man von den Bürgern und Wählern einen Auftrag erhalten hat. Stadt sich um wichtigere Themen als die Hundesteuer zu kümmern, stöbert die CDU in den Satzungen umliegender Gemeinden herum. Nur weil andere es so machen – müssen wir das hier auch so machen? Vom Rat der Stadt hätte ich mir auch gewünscht zu überlegen (ich weiß, das fällt schwer wenn man in der Kritik steht) ob der Zeitpunkt für die Erhöhung der Hundesteuererhebung gerade der richtige gewesen ist. Geilenkirchen könnte ja auch einmal überlegen, ob eine Senkung oder gar Aussetzung der Hundesteuer auch ein kommunaler Akt der Entlastung in schwierigen Zeiten darstellt.

  3. Die meisten Listenhunde kommen ohnehin aus dem Tierheim! Sehr sozial Menschen mit extrem hohen Steuersätzen zu bestrafen,welche sich einen Listenhund aus dem Tierschutz holen!
    Die Halter sind meist besser geschult und handeln verantwortungsvoller als 0815 Hundebesitzer.
    Zumal ich eine Erhöhung um 40% schon als sittenwidrig betrachten würde.

  4. Man sollte lieber darüber nachdenken das die „Einnahmen“ durch die Hundesteuer auch einem wirklichen Zweck zu gute kommen und die Hundesteuer Zweckgebunden einsetzen. Geilenkirchen ist jetzt schon eine unfreundliche Hundehalterstadt und noch mehr für die Hunde selber.
    Man sollte auch erstmal nicht gemeldete Hundehalter aufspüren und sich an den Zusatzeinnahmen bedienen und da kann die CDU Geilenkirchen erstmal im eigenen Kreis der Mitglieder anfangen. Ob dann der Zuspruch in den eigenen Reihen auch noch eine Mehrheit erlangt hätte bleibt offen.

  5. Ganz genau Daniel. Ich könnte so auf Streife gehen und hätte innerhalb von 2 Tagen eine Provision in der Tasche das ne Kreuzfahrt mit der Aida machen könnte. Kontrolliert endlich mal. Das wäre viel wichtiger. Und nicht so larifari..Knallhart bitte.

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