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Tagesmütter wünschen sich mehr Anerkennung für ihre Arbeit

Redaktion 13. Oktober 2017 3 Minuten gelesen

Geilenkirchen Das Netzwerk der Tagesmütter oder Tageseltern im Kreis Heinsberg trägt den Namen „MATS“. Hinter dieser Abkürzung verbergen sich die Begriffe „Motiviert, Aktiv, Tageseltern und Solidarisch“.  Mit dem Ziel, von einer kollegialen Zusammenarbeit zu profitieren, hatten sich 2008 einige Tagesmütter zusammengetan, und nach zwei bis drei Jahren war deren Zahl schon auf zwölf gestiegen. 2012 wurde schließlich der gemeinnützige Verein „MATS“ gegründet, und seitdem ist die Zahl der Mitglieder auf 54 gestiegen. Das war dem Bericht von Waltraud Große aus Geilenkirchen zu entnehmen, die nach einem entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion gemeinsam mit Veronika Hapke im Jugendhilfeausschuss die Arbeit des Vereins vorstellte.

Bundesweit gibt es mehr als 44.000 Tagesmütter und Tagesväter, die rund 150.000 Kinder betreuen, von denen 70 Prozent jünger als drei Jahre sind. Dabei, so war den Ausführungen von Waltraud Große zu entnehmen, sind 96 Prozent der Eltern mit der Betreuung zufrieden, was für die Qualifikationen der Betreuenden spreche. 31 Prozent haben eine pädagogische Ausbildung, die Zahl der gering ausgebildeten Betreuer ist auf 15 Prozent gesunken, die der Tagesmütter ohne Ausbildung sogar auf nur drei Prozent. So ist auch für das Netzwerk „MATS“ die Aus- und Fortbildung der Mitglieder ein wichtiger Punkt. Fortbildungsmöglichkeiten werden zum Beispiel in den Bereichen Hygienebestimmungen oder zu rechtlichen Fragen angeboten. Zudem dienten auch die regelmäßigen Treffen am runden Tisch mit den Fachberaterinnen des Kreises Heinsberg der Fortbildung, sagte Waltraud Große.

Die Stärken der Betreuung durch Tageseltern sieht sie unter anderem in der Flexibilität, die nach Absprache auch besondere Betreuungszeiten, zum Beispiel zwischen 5.30 und 22 Uhr möglich  mache, und in der familiären Atmosphäre bei einem Durchschnitt von 3,5 Kindern pro Tagesmutter. Täglich gebe es den Austausch mit den Eltern, und auch mit den Jugendämtern seien die Kontakte gut. Auch würde die sprachliche, kognitive und soziale Entwicklung der Kinder gezielt gefördert. In Geilenkirchen zum Beispiel treffen sich einmal pro Woche mehrere Tagesmütter mit etwa 15 Kindern im Kindergarten St. Ursula oder in der „Oase“, um ihre Schützlinge auch an größere Gruppen zu gewöhnen.

Während neben Fortbildungsmaßnahmen die Vorteile für die Netzwerks-Mitglieder darin liegen, Isolationen zu überwinden, Erfahrungen auszutauschen oder Synergien zu nutzen, können die Eltern vor allem von der direkten Kontaktaufnahme oder von der Organisation von Vertretungen – zum Beispiel bei Krankheit einer Tagesmutter – profitieren. Vor allem für sehr junge Mütter oder Alleinerziehende seien solche Hilfen wichtig, sagte die Referentin.

„Wir lieben unseren Beruf und wollen anerkannt sein“, hatte Waltraud Große gesagt, und das bekräftigte ihre Kollegin Veronika Hapke. Sie hatte zwar dankbar festgestellt, dass man in Gesprächen mit Politikern auf offene Ohren stößt, hatte aber auch Wünsche an die Politik. Zum Beispiel den, dass sich die Politik für eine Erhöhungen des Stundensatzes, der zurzeit in der Spitze bei 4,60 Euro pro Stunde und Kind liege, einsetzen möge oder dass Fakten und Daten zum Beispiel über Landeszuschüsse von der Politik oder der Verwaltung an die Organisation der Tagesmütter weitergegeben werden. Ein Antrag der SPD, eine MATS-Vertreterin als beratendes Mitglied in den Ausschuss aufzunehmen, kann aus formalen Gründen erst in der nächsten Sitzung des Ausschusses beraten werden. (mh)

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