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Polizei warnt vor Kreditbetrüger – Wirtschaftliche Notlage wird oft ausgenutzt!

Redaktion Veröffentlicht:25. Oktober 2011 | Aktualisiert:3. März 2022 3 minutes read

Kreis Heinsberg. Eine 36-jährige Viersenerin steht im Verdacht im Kreisgebiet die finanzielle Notlage von Bürgern ausgenutzt zu haben. Wie sich jetzt herausstellte, nutze sie Kreditanfragen und Auskünfte über die wirtschaftliche Situation eines Mannes aus Wassenberg im Internet dazu, Kontaktanschriften von Personen zu erhalten, bei denen die persönliche Finanzsituation derart ausweglos scheint, dass diese keinen Kredit mehr von den  Banken erhalten. (Slogan:“Kredite ohne SCHUFA-Abfrage garantiert“). Bei dem Besuch ihres „Kunden“ wurde systematisch dessen persönliche Finanzsituation ausgeforscht. Insbesondere war für die Viersenerin wichtig, wann genau das Opfer Geldeingänge erwartete. Im Zuge der „Beratung“ wurden dann Dokumente vorgelegt, mit denen der Wassenberger die 36-Jährige nach der Suche eines potentiellen Kreditgebers beauftragte. Für diese „Bemühungen“ wurde dann bereits im Vorfeld ein dreistelliges Honorar fällig und dies unabhängig von dem Erfolg bzw. einer Kreditzusage. Dieser V!
ertrag wurde nur einseitig vom Opfer unterschrieben und dann sofort eingesteckt. Auf Nachfrage, stellte die Dame die Übersendung einer Kopie auf dem Postweg in Aussicht. Alsdann legte sie ihrem Opfer „nur noch rasch“ einen oder mehrere Blankoüberweisungen oder Einzugsermächtigungen zur Unterschrift vor. Diese Formulare wurden nicht ausgefüllt, weil hierzu “ leider keine Zeit mehr war“. Später sind Daueraufträge und Überweisung genau in dem Zeitfenster bei den Banken abgegeben worden, in denen der Wassenberger Zahlungen erwartete. Dabei handelte es sich bei den Abbuchungen um das „Vermittlerhonorar“. Dem Opfer war jedoch von vorneherein die Möglichkeit zum Widerspruch (Haustürgeschäft) genommen, weil er keinerlei Vertragskopien erhalten und folglich auch keine Chance hatte, einen Adressaten für einen Rücktritt anzuschreiben. Zusätzlich wurden Kreditversicherungen oder Beiträge zu dubiosen „Verbraucherschutzorganisationen“ abgebucht. Auch hierzu sind dem Mann, meist unter fad!
enscheinigen Gründen, Unterschriften zu Dokumenten und Überwei!
sungen o
der Daueraufträgen abgeschwatzt worden. Im angezeigten Fall hat der Wassenberger niemals ein Kreditangebot oder eine Absage erhalten. Es ist daher nicht feststellbar, ob überhaupt  eine Leistung oder ein Bemühen um einen Kreditabschluss vorgelegen hat, so dass gegen die Viersenerin ein Ermittlungsverfahren wegen Betruges eingeleitet wurde.

Die Ermittler gehen davon aus, dass weitere Personen auf die Masche der Viersenerin hereingefallen sind. Auch sie werden gebeten, sich beim Regionalkommissariat in Hückelhoven, Tel.: 02433 9900 zu melden.

Damit sie solchen Machenschaften vorbeugen können, hier einige Tipps ihrer Polizei:
* Nehmen Sie sich Zeit und denken Sie über Angebote so lange nach wie Sie es für nötig erachten. Lassen Sie sich von niemandem drängen.
* Gehen Sie auf Angebote am Telefon nicht ein. Angebote am Telefon sind unseriös und unangekündigte Telefonanrufe sogar verboten (so genanntes „Cold Calling“).
* Kaufen Sie nur Produkte, die Sie auch wirklich verstehen. Machen Sie sich nicht abhängig von Ihrem Berater.
* Seinen Sie vorsichtig bei Produkten, die nicht direkt kündbar sind, z. B. bei Produkten mit einer Mindestlaufzeit von mehreren Jahren.
* Seien Sie vorsichtig bei Überweisungen ins Ausland.
* Überprüfen Sie ob es das Unternehmen tatsächlich gibt (z.B. über das örtliche Telefonbuch).
* Informieren Sie sich über den Anbieter. Hat er einen Internetauftritt? Ist er bei der Verbraucherzentrale in irgendeiner Form bekannt? ( 0900-1-89 79 69 1,86?/Minute aus dem deutschen Festnetz).
* Recherchieren Sie im Internet, denn wenn ihr Vertragspartner angibt international tätig zu sein, dann findet man ihn mit Sicherheit auf mehreren Seiten im Internet.
* Lesen Sie immer das Kleingedruckte
* Geben Sie keine Kontodaten am Telefon weiter
* Stellen Sie keine Blankoformulare aus
Beratung und Informationen zu diesem und anderen Themen gibt es beim Kommissariat Vorbeugung der Heinsberger Polizei, Tel.: 02431 990 5555 oder im Internet unter www.polizei-beratung.de

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