Nach 45 Jahren die alte Schule besucht: „Der hatte eine Matte wie Albrecht Dürer!“

Schulleiter Jürgen Pallaske führte die Ex-Schüler Gerd Rütten, Roderich Kiesewetter, Alexandra von Wrede und Christoph Kaminski (von links) durch die „Ursulinenschule“. Dabei freute sich der CDU-Militärexperte Kiesewetter, seinen „alten Schülersprecher“ Roland Meintz nach 45 Jahren zu treffen (kleines Bild).

Geilenkirchen. Welch ein Kontrastprogramm: Kürzlich war Roderich Kiesewetter noch mit CDU-Chef Friedrich Merz beim Ukrainischen Präsidenten Selenskyi und beim Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, kurz danach besuchte er in Geilenkirchen seine „alte Schule“ und traf sich dort mit früheren Weggefährten. Als der Bundestagsabgeordnete und CDU-Militärexperte vor dem Bischöflichen Gymnasium St. Ursula aus dem Auto von Christoph Kaminski stieg, sah man in Kiesewetters Augen schon das Leuchten, das ihm der Anblick des Schulgebäudes entlockte. Schulleiter Jürgen Pallaske freute sich über den hohen Besuch und begrüßte den weitangereisten Gast herzlich. Der zweite im Empfangskomitee stellte sich dem Politiker, der von 1973 bis 1977 die „Ursulinen“ besucht hatte, mit Roland Meintz vor, wobei Kiesewetter laut lachend entgegnete: „Roland, mein alter Schülersprecher….Wahnsinn!“ Und zum Schulleiter gewandt ergänzte er: „Roland hatte früher eine Matte wie Albrecht Dürer.“ Das Eis war gebrochen, die anfängliche Nervosität des Empfangskommitees verschwunden. Und dann kamen mit Alexandra von Wrede und Gerd Rütten auch schon die früheren Mitschüler Kiesewetters, die sich herzlich umarmten als hätten sie sich nur ein paar Tage nicht gesehen.

Schulleiter Pallaske bedankte sich bei Christoph Kaminski, der das Treffen organisiert hatte, und führte die kleine Gruppe fast zwei Stunden durch das Schulgebäude. Wer mehr gestaunt hat, kann bis heute nicht wirklich beantwortet werden. Die ehemaligen Schüler waren natürlich von der Entwicklung und den Veränderungen an der Schule begeistert, der Schulleiter schüttelte oft nur lachend den Kopf, als er sich die Geschichten der Ex-Pennäler, die sie in ihrer Zeit an der Schule erlebten, anhörte.

Zu fast jedem Klassenraum gab es eine Geschichte. Da traf man auf kleine „Tatorte“, an denen man seine Streiche gespielt hat, auf Physik- und Chemieraum, die mit wirklich speziellen Lehrkräften und den entsprechend skurrilen Geschichten in Verbindung gebracht wurden, und auf einen „alten Bekannten“, den Roderich Kiesewetter sofort wiedererkannte – den „Dummy“, dem man im Biounterricht alle Organe entnehmen konnte. „Das ist noch genau der von damals“, freute sich der Politiker und streichelte dem „alten Kumpel“ zärtlich den Kopf.

Jürgen Pallaske war sich nicht sicher, ob er auch die – wie sich herausstellte wunderschöne – Parkanlage zeigen sollte: „Die kennen Sie ja sicherlich alle“. Als Ex-Schülersprecher Roland Meintz, der 1974 mit 18 weiteren Jungs vom Loherhof auf die bis dahin reine Mädchenschule gekommen war, sagte, dass man auf dieses Terrain nicht einen Fuß setzen durfte ohne von den Ordenschwestern gerügt zu werden, waren das Gelächter und die Zustimmung bei den Ex-Schülern groß…aber auch die Verwunderung beim Schulleiter, der sich in diese strenge Zeit wahrlich nicht zurückversetzen konnte. „Das war der Internatsbereich der Schülerinnen, da durfte kein Junge auch nur in die Nähe“, erinnerte sich auch Alexandra von Wrede.

Nach dem aufregenden Schulbesuch fuhr die Truppe noch zu einem gemeinsamen Abendessen, bei dem natürlich auch noch stundenlang alte Schulgeschichten ausgetauscht wurden. Und da waren die nebeneinandersitzenden Roderich Kiesewetter und Gerd Rütten, die eine starke Freundschaft verbindet, diejenigen, die am tiefsten gemeinsam in Erinnerungen schwelgten.

 

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