Regentschaftsurkunden von der „Queen“ – Prinzenempfang der Stadt Geilenkirchen

Ein Highlight des diesjährigen Prinzenempfangs im Haus Basten. Die "Queen" in Person von Roswitha Beckers und ihre "Security", Anja Wallbaum.

Geilenkirchen. Seit Jahren ist es eine gute Tradition, dass die Stadt Geilenkirchen eine Woche vor Beginn des Straßenkarnevals zum Prinzenempfang in das Haus Basten einlädt. Bürgermeisterin Daniela Ritzerfeld konnte die Vertretungen der Geilenkirchener Karnevalsvereine samt Prinzenpaare und Anhang im vollbesetzen Haus Basten begrüßen. Die Übergabe der Regentschaftsurkunden an die Prinzenpaare ist ebenso ein altes Ritual. Neu hingegen war die Art und Weise. Die „Queen“ (Roswitha Beckers) hatte die Ehre, den jecken Prinzenpaaren ihre Urkunden zu überreichen. Natürlich war das royale Oberhaupt mit Security und Übersetzer in Person von „Gabriel“ (Anja Wallbaum) erschienen. Das Stadtprinzenpaar Axel I. & Vera II. Jungen, vom IKV Teveren, konnte die erste Regentschaftsurkunde in Empfang nehmen. Die etwas andere Prozedur kam bei den Repräsentanten der Karnevalsvereine sehr gut an. Es passte einfach zum jecken Rahmen.

Willi Jabusch vom Geilenkirchener Karnevals Verein (GKV) bekam den diesjährigen Nacksenorden. Bürgermeisterin Daniela Ritzerfeld gratulierte. Die Laudatio hielt Franz-Michael Jansen (li.).

Aber diese Ehrungen waren nur das Vorspiel für die Verleihung des Nacksenorden, der alljährlich an eine verdiente Person des Geilenkirchener Karnevals verliehen wird. In diesem Jahr war es Willi Jabusch, der dem GKV seit vielen Jahren angehört und zeitweise auch 1. Vorsitzender war. Die Laudation für ihn hielt kein geringerer als der Ehrenpräsident des GKV, Franz-Michael Jansen. Er kennt ihn besser als viele andere. Die komplette Laudatio stellte er uns zur Verfügung und sie können diese unten lesen. 

 

 

In der kommenden Woche geht es für die Karnevalisten auf die Zielgerade. Die Rathausstürmung und der Straßenkarneval stehen auf dem Programm. Die Termine können sie in unserem Artikel „Endspurt der Jecken in Geilenkirchen….“ lesen.

Laudatio des GKV Ehrenpräsidenten Franz-Michael Jansen

En Jelekerker Original is Jabusch´s Will auf jeden Fall.

Am 28.02.1978 wurde der GKV gegründet, und wo?
Natürlich bei Jabusch. Dies war nicht verwunderlich, denn das
Hotel/Restaurant Jabusch (früher Fleugels) war seit Ende des
18. Jahrhunderts der Dreh- und Angelpunkt des Vereinslebens in
Geilenkirchen. 1978 war Willi noch im jugendlichen Alter.

En Jelekerker Original is Jabusch´s Will´ auf jeden Fall.

Von Kindheit an war Willi ein leidenschaftlicher Fußballer. Schon früh
trainierte er auf dem Marktplatz seine Fähigkeiten als Torjäger.
Das Hauptportal von St. Marien diente ihm als Fußballtor.-
Als ein Querschläger die Madonna darüber traf, war es mit dem
Trainingsplatz vorbei. Denn anschließend erhielt seine Mutter eine
Rechnung mit folgendem Text: ‚Jesuskind den Kopf angeklebt und mit
Blattgold belegt.‘ Ich meine mich an einen Rechnungsbetrag von
750,- DM zu erinnern. Ob die Haftpflichtversicherung den Betrag
übernommen hat, weiß ich nicht mehr.

En Jelekerker Original is Jabusch´s Will´ auf jeden Fall.

Zu diesem Zeitpunkt bekam Willi auch seinen Spitznahmen: BOHNE.
Man sollte es kaum glauben, aber Willi war einmal sehr schlank, ja
geradezu dürr. Diese Statur brachte ihm seinen Spitznamen ein und
sorgt bis heute für manche Irritation.
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Beim FSV machte Willi dann tatsächlich Karriere als Goalgetter und
wurde sogar Torschützenkönig der 1. Kreisklasse. Auch als er an
Umfang und Gewicht stark zugenommen hatte, zeichnete er sich
immer noch durch ein gutes Stellungsspiel aus und Abstaubertore
wurden zu seinem Markenzeichen.

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Im Dorint-Hotel in Lahnstein leistete er dann seine Kochlehre ab und
wurde ein ausgezeichneter Koch. War Willi in der Küche war das
Essen von hervorragender Qualität. Wenn wir in unserer Familie eine
Feier hatten, habe ich Willi zum Küchendienst verpflichtet. Das
Ergebnis war immer für Jung und Alt „summa cum laude“. Seine über
Generationen angebotenen Wiener-Schnitzel vom Kalb und seine
Pommes waren unübertroffen. Seit meiner Kindheit war dieses Essen
ein schmackhafter Wegbegleiter und lockte nicht nur wegen diesem
Gericht, die Gäste von nah und fern in sein Restaurant.

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Später dann trat der dem GKV bei und ließ sich 2007 zum
1. Vorsitzenden wählen. Damals war Willi, der GKV war in einer
existentiellen Krise, der große Retter in der Not, der den
Karnevalsverein aus der misslichen Lage befreite. Mit Artur Coenen
als Geschäftsführer wuppte er den GKV. Das 1. Jahresmotto seiner
Amtszeit lautete: ‚Hurra wir leben, Geilenkirchen sei munter, wir
gehen noch nicht unter.‘- So hat Willi mit learning bei doing, den
Verein kontinuierlich wieder aufgebaut. Innerhalb der Gemeinschaft
der KGKG bekam er viele Ratschläge zur Zukunftsgestaltung.

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Das Haus Jabusch stand immer schon im Zentrum des Karnevals in
der Innenstadt. Als in den fünfziger bis siebziger Jahren der
Saalkarneval in der Stadthalle mit stark frequentierten Bällen,
veranstaltet von ATV, FSV und Liedertafel, seinen Höhepunkt hatte,
war das Haus Jabusch mit dabei und so wechselten die Narren von
der Stadthalle über die Konrad-Adenauer-Straße nach Jabusch und
wieder zurück. Das Ganze hin und her wurde auch Wildwechsel
genannt. Bei Jabusch wurden Restaurant und Schenke komplett
ausgeräumt. Alles, was durch das närrische Treiben gefährdet war,
wurde eingelagert. Im Keller des Hauses wurde dann eine Sektbar
eingerichtet, die den heutigen Sicherheitsnormen in keiner Weise
entsprach. Ich erinnere mich gerne an seine verstorbene Schwester
Carla, die mit Innbrunst hinter der Bar stand und für Stimmung
sorgte. Die Bürgerinnen und Bürger waren begeistert.

En Jelekerker Original is Jabusch´s Will´ auf jeden Fall.

Schon 2004 kam Willi, ermuntert durch Norman Asali, auf die Idee
auf dem Marktplatz ein Festzelt zu errichten, um den Ausfall der
Stadthalle, die inzwischen geschlossen war, zu ersetzen. Doch bei der
Stadt gab es große Widerstände, da man die Pflasterung des
Marktplatzes gefährdet sah und auch einige Bäume im Wege standen.
Damals habe ich zwischen Willi und der Stadtverwaltung vermittelt.
Hans Hausmann gab schließlich seinen Segen und die Bäume wurden
kurzerhand in das Zelt integriert. Meine Bedingung für die
Vermittlungsdienste war damals, dass der GKV an den Einnahmen des
Zeltes beteiligt und in die Organisation eingebunden wurde. Auch das
war ein Rettungsanker für den GKV und führte 3 Jahre später zur
Übernahme des Vorsitzes durch Willi. Der Saal-Karneval in
Geilenkirchen war gerettet und der GKV hatte eine neue
karnevalistische Heimat.

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Während der ganzen Zeit von der Gründung des GKV bis zum Verkauf
des Hauses Jabusch war die Location auch das Vereinslokal. Äußerlich
war dies gut erkennbar durch die Aufstellung von Wachhäuschen in
der närrischen Zeit. Hier wurden vom GKV viele kleine und größere
Feste gefeiert und das Brauchtum gepflegt. Das Haus Jabusch war
auch für die Vereine der KGKG der Anlaufpunkt z.B. während der
Rathauserstürmung. Hier wurden die Ehrengäste empfangen und mit
Musik zum Rathaus geleitet. Bei schlechtem Wetter fand die
Erstürmung im Willi´s-Festzelt statt.

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In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des GKV pflegte Willi die
Verbindungen zu den Partnervereinen der KGKG in besonderer Weise.
Willi war auch auf den Dörfern bekannt wie ein bunter Hund. Er
genießt bis heute eine hohe Anerkennung innerhalb der KGKG. Sein
offenes Wesen und seine ausgleichende Art haben den
Zusammenhalt in der KGKG besonders gefördert. Willi ist allseits
beliebt und hat sich um den Karneval in ganz Geilenkirchen verdient
gemacht. Deshalb ist es nur natürlich und selbstverständlich, dass
Willi Jabusch in dieser Session mit dem Nacksen-Orden ausgezeichnet
wird.

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Auf Willi Jabusch ein 3-faches GKV, KGKG, Jelekerke Alaaf.

1 Kommentar

  1. ja, das waren in sen 70-80iger schöne Zeiten. Lecker war bei Jabusch zu manchmal später Stunde die Ochsenschwanzsuppe. Kenne die Karnevalszeiten gut, habe immer wieder bei „Stadthallenrudi“ an der Thecke und Saal gearbeitet um „Karnevalsfeiergeld“ zu verdiennen.
    Klein Willi lief mit Opa Schäferhund Ajax oft um den Markt, das wird in der Lautadio „vergessen“.
    Damals war GK noch ohne Probleme und sicher

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