Wilder Müll oder falsche Entsorgung verursachen enorme Kosten für die Allgemeinheit.
Geilenkirchen. Hausmüll neben einem öffentlichen Abfalleimer, ausgediente Möbel in Feld und Flur oder Pflege- und Haushaltsabfälle in den Containern auf den städtischen Friedhöfen: Im Geilenkirchener Stadtgebiet werden immer wieder Abfälle dort entsorgt, wo sie nicht hingehören. Die Stadt Geilenkirchen möchte deshalb verstärkt gegen illegale Müllablagerungen vorgehen.
Besonders deutlich zeigt sich das Problem auf den städtischen Friedhöfen in Teveren, Geilenkirchen, Hünshoven, Immendorf, Gillrath, Lindern und Würm. Dort stehen Container, die ausschließlich als Zwischenlager für Grünabfälle und Leichtstoffe vorgesehen sind, die bei der Pflege der Friedhöfe durch städtische Beschäftigte anfallen. Für private Abfälle dürfen sie nicht genutzt werden.
Teilweise bis zu 80 Prozent unzulässig entsorgte Abfälle
Dennoch werden dort immer wieder Haus- und Restmüll, Sperrgut sowie Sonderabfälle entsorgt. Festgestellt wurden unter anderem mehrere Säcke mit Windeln, Farbreste, Kinderwagen und chemische Stoffe. Nach Einschätzung der mit der Leerung beauftragten Beschäftigten besteht der Inhalt einzelner Container zeitweise zu mehr als 80 Prozent aus unzulässig entsorgten privaten Abfällen.
„Wer seinen privaten Müll auf einem Friedhof, neben einem öffentlichen Abfalleimer oder in der Landschaft abstellt, spart nicht auf Kosten der Stadt, sondern auf Kosten aller Bürgerinnen und Bürger“, betont Bürgermeister Armin Leon. „Besonders auf unseren Friedhöfen ist dieses Verhalten respektlos. Diese Orte verdienen Würde und Rücksichtnahme – und sie sind ganz sicher keine öffentlichen Müllabladeplätze.“
Die Dimension erschließt sich durch die offiziellen Zahlen
Wie teuer illegale Müllentsorgung tatsächlich ist, zeigen die Zahlen des Stadtbetriebs: Von 2017 bis einschließlich 2025 entstanden allein für die Entsorgung illegal abgelagerter Abfälle Kosten von insgesamt 42.249,98 Euro. Hinzu kamen 122.315,71 Euro für den Einsatz der Beschäftigten und 26.787,48 Euro für Fahrzeuge. Damit summiert sich der dokumentierte Aufwand in diesen neun Jahren auf mindestens 191.353,17 Euro. Im Durchschnitt entspricht das einem Aufwand von mehr als 21.260 Euro pro Jahr. Den höchsten Gesamtaufwand gab es 2021 mit 32.160,93 Euro. Allein die reinen Entsorgungskosten beliefen sich von 2016 bis 2025 auf durchschnittlich 4.542,02 Euro jährlich.
Ordnungswidrigkeiten mit bis zu 100.000 Euro Geldbuße
Illegale Abfallentsorgung ist kein Kavaliersdelikt. Das Ablagern von Abfällen außerhalb der dafür zugelassenen Anlagen kann nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Die konkrete Höhe richtet sich insbesondere nach Art, Menge und Gefährlichkeit der Abfälle sowie den Umständen des Einzelfalls. Zusätzlich können den Verursachenden die Kosten für das Einsammeln und Entsorgen auferlegt werden. Bei gefährlichen Abfällen kommt unter Umständen auch eine Strafbarkeit in Betracht.
Die Stadt wird an besonders betroffenen Stellen Hinweisschilder anbringen. Die Beschäftigten des Stadtbetriebs sollen diese Bereiche häufiger kontrollieren und bei ihren täglichen Einsätzen verstärkt auf illegale Ablagerungen achten. Für die Friedhofscontainer wird verwaltungsintern zusätzlich geprüft, ob diese probeweise entfernt und nur noch bei konkret absehbarem Bedarf – beispielsweise während umfangreicher Heckenschnittarbeiten – zeitlich begrenzt aufgestellt werden.
„Mülldetektive“ sind nicht gefragt
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Bürgerinnen und Bürger zu „Mülldetektiven“ zu machen. Wer jedoch eine illegale Ablagerung beobachtet oder konkrete Hinweise auf die verantwortliche Person geben kann, sollte Ort, Zeitpunkt und – soweit gefahrlos möglich – weitere Beobachtungen mitteilen. Niemand soll eine betreffende Person selbst ansprechen oder sich in eine gefährliche Situation bringen.
Bereits abgelagerter Müll kann über den digitalen Mängelmelder der Stadt schnell und unkompliziert gemeldet werden. Fotos und eine genaue Standortangabe erleichtern dem Stadtbetrieb die Bearbeitung.
„Die große Mehrheit entsorgt ihre Abfälle ordnungsgemäß“, so Bürgermeister Dr. Leon. „Wir wollen verhindern, dass wenige Rücksichtslose unsere Umwelt belasten, zusätzliche Arbeit verursachen und die Rechnung allen anderen überlassen.“
Link zum Mängelmelder der Stadt Geilenkirchen
