Das Amtsgricht in Geilenkirchen ist fertig saniert. Rund zwei Jahre dauerten die Arbeiten. Unser Luftbild stammt aus dem Frühjahr.
Geilenkirchen. Neue Fenster, neue Dämmung, neuer Anstrich, und das bei laufendem Gerichtsbetrieb: Der BLB NRW (Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW) hat die Fassade des Amtsgerichts Geilenkirchen für rund 1,5 Millionen Euro saniert. Während der gesamten Bauzeit blieb das Gericht geöffnet, keine einzige Verhandlung musste verschoben werden.
In gut zwei Jahren hat der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) das Gebäude an der Konrad-Adenauer-Straße energetisch ertüchtigt. 20 Fenster und zwei Außentüren im Sockelgeschoss wurden ausgetauscht und rund 153 Quadratmeter Sockelfassade neu gedämmt. Mit der Abdichtung und Dämmung des Sockelgeschosses verbessert sich die Energiebilanz des Amtsgerichts deutlich. „Die Fassadensanierung am Amtsgericht Geilenkirchen zeigt, wie wir als BLB NRW den Gebäudebestand des Landes Schritt für Schritt zukunftsfähig machen. Gerade bei älteren Liegenschaften steckt in der energetischen Ertüchtigung der Gebäudehülle enormes Potenzial. Dass wir hier gleichzeitig die Substanz sichern und die Energiebilanz verbessern konnten, ist ein gutes Beispiel dafür, wie Klimaschutz im Bestand konkret aussehen kann“, sagt Horst Zimmermann, Niederlassungsleiter des BLB NRW in Aachen.
Neuer Anstrich
Neben der energetischen Sanierung erhielt das Gebäude auch optisch eine Auffrischung: Die gesamte Fassadenfläche von rund 478 Quadratmetern wurde neu gestrichen Die Farbtöne wurden gemeinsam mit dem Gericht abgestimmt. Die Natursteinsäulen im Eingangsbereich wurden überarbeitet, um die Bausubstanz zu schützen und das Erscheinungsbild aufzuwerten. Der angrenzende Bereich des Ambulanten Sozialen Dienstes der Justiz ist jetzt farblich abgesetzt und auf den ersten Blick vom Amtsgericht zu unterscheiden.
Baustelle zwischen Verhandlungsterminen
Alle Beteiligten arbeiteten daran, die Maßnahmen mit dem Gerichtsbetrieb zu vereinbaren. Durch eng getaktete Abläufe und Arbeiten am Wochenende konnten Verhandlungstermine geschützt und der Betrieb jederzeit aufrechterhalten werden. „Für uns war von Anfang an entscheidend, dass der Gerichtsbetrieb zu keinem Zeitpunkt eingeschränkt wird. Das ist aufgrund erheblicher Kraftanstrengungen aller Beteiligten gelungen. Dass wir nun in einem energetisch sanierten und optisch aufgewerteten Gebäude arbeiten, kommt nicht nur unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugute, sondern auch den Bürgerinnen und Bürgern, die unser Gericht aufsuchen“, sagt Sebastian Herweg, Direktor des Amtsgerichts Geilenkirchen.
Strom vom eigenen Dach
Auf dem Flachdach des Anbaus steht zudem seit Juni 2025 eine Photovoltaikanlage: In den ersten zwölf Monaten seit Inbetriebnahme kamen bereits rund 25.000 Kilowattstunden zusammen. Das wäre genug Strom, um mit einem durchschnittlichen Elektroauto etwa vier Mal die Erde zu umrunden. Gegenüber dem deutschen Strommix vermeidet die Anlage rechnerisch rund neun Tonnen CO2 pro Jahr.
Die Anlage ist Teil des landesweiten Photovoltaikausbaus des BLB NRW. Der Landesbetrieb erschließt Dach- und Freiflächen seiner Liegenschaften für die Stromerzeugung und leistet so einen Beitrag zur nachhaltigen Ertüchtigung der Landesgebäude und einer klimafreundlichen Energieversorgung. Bislang wurden im Verwaltungsvermögen des BLB NRW bereits Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 13.000 Kilowatt-Peak errichtet. Der Ausbau wird kontinuierlich fortgesetzt: In den kommenden Jahren ist eine weitere deutliche Steigerung der Photovoltaikflächen vorgesehen.
