Die Bauarbeiten an der Außenfassade sind noch nicht ganz abgeschlossen. Dennoch wird die Kreissparkasse am Montag wieder eröffnen.
Geilenkirchen. Ein markantes, aber nicht extravagantes Gebäude sollte es werden. Es ist ein wahrer Hingucker geworden – der Neubau der Kreissparkasse in Geilenkirchen. Die Arbeiten im Zentrum der Stadt sind weitestgehend abgeschlossen. Die Filiale der Kreissparkasse wird am Montag, 16. März, im Neubau wieder für den Kundenbetrieb geöffnet sein. Letzte Arbeiten, vor allem an der Außenfassade werden dann im Verlauf der nächsten Wochen final durchgeführt.
Planungen seit 2015
Das Hochwasser im Jahr 2021 hat die Planungen der Kreissparkassen-Spitze bezüglich eines neuen Gebäudes in Geilenkirchen rasant beschleunigt. Die ersten Planungen gehen in das Jahr 2015 zurück. In Ruhe sollte ein Neubau entstehen, der in das Stadtbild passt und vor allem auch finanzierbar ist. Das Hochwasser im Juli 21 hat jedoch alles verändert. Das alte Gebäude war nicht mehr nutzbar. Ein Ausweichquartier fand die Kreissparkasse an der Ecke Nikolaus-Becker-Straße/Konrad-Adenauer-Straße. Kurzfristig wurde der „Turbo“ eingeschaltet. Die Planungen für ein neuen Gebäudes liefen auf Hochtouren. Schon Ende November 2021 stellte Vorstandsvorsitzender Thomas Giessing im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung der Stadt Geilenkirchen die Planungen zur Neugestaltung des Kreissparkassen-Gebäudes in der Innenstadt vor. „Wir werden hier ein markantes, aber nicht extravagantes Gebäude errichten. Der Teilabriss soll im kommenden Frühjahr beginnen.“ Und genau so lief es dann in den darauffolgenden Monaten. Im Frühjahr 2022 begannen die Entkernungsarbeiten im alten Gebäude. Giessing ging bei seinem Zeitplan von rund zwei Jahren Bauzeit aus. Im ersten oder zweiten Quartal 2024 sollten die Mitarbeiter in den neuen Räumlichkeiten sein. „Für den Verzug sind u.a. Lieferverzögerungen (z.B. für die Fassade) oder eine geänderte Planung für die Heizung des Gebäudes. Hier hat sich mit Blick auf Nachhaltigkeitsaspekte durch Weiterentwicklungen in der Wärmepumpentechnik die Möglichkeit ergeben, komplett auf diese Technik umzustellen und nicht – wie ursprünglich geplant – ergänzend Gas zu nutzen“, ist die Erklärung des Vorstands der Kreissparkasse. Und auch die geplanten 20 Mio. Euro werden nicht eingehalten. Die Investition wird rund 25. Mio. Euro betragen.
Filialbetrieb im Erdgeschoss
Die Nutzfläche für die Sparkasse im Erdgeschoss liegt bei 1.200 Quadratmetern. Es werden rund 25 Mitarbeitende am Standort Geilenkirchen tätig sein. Im Foyer steht ein modernes Kundenleitsystem zur Verfügung, über das sich Kundinnen und Kunden beispielsweise anmelden können, wenn Sie einen Termin bei einem Berater haben. In der Filiale ist ein Blindenleitsystem installiert, das unter anderem per App bedient werden kann. Es wird auch in Geilenkirchen (bisher nur am SB-Standort Hilfarth) ein Videoservice-Terminal „Mia“ geben.
Franziskusheim betreut Wohnungen
In den oberen Geschossen befinden sich Wohnungen. Insgesamt 42 Wohneinheiten sind auf den Etagen eins bis vier verteilt. „Für die zentrale Vermietung dieser Wohnungen hat die Kreissparkasse daher einen Träger sozialer Einrichtungen gesucht. Mit der Franziskusheim gGmbH wurde ein starker Partner gefunden, der sich mit der Verwaltung von altersgerechtem Wohnraum perfekt auskennt“, ergänzte bei der Vorstellung des Konzept im Jahr 2023 das damalige Vorstandsmitglied Marie-Theres Jakobs-Bolten.
Eine Vielzahl an Firmen waren am Bau beteiligt. Auch Geilenkirchener Unternehmen dabei. Unter anderem waren dies:
Hannemann Estriche: Frank Hannemann arbeitete mit seiner Firma rund ein Jahr im neuen Gebäude und hat dabei mehr als 6000 Quadratmeter Estrich gelegt.
Monte Graniti: Die Firma aus Geilenkirchen zählt zu den größten Natursteinlieferanten in Deutschland und führt über 1.000 Natursteinartikel im Sortiment. Im Neubau der Kreissparkasse wurden alle Treppenhäuser und Flure mit Bianco Sardo, einem europäischen Naturstein, aufgemessen, geschnitten und verlegt.
Fliesen Aretz: Über acht Jahrzehnten- seit 1935- steht das Familienunternehmen Aretz GmbH & Co.KG unter Leitung in der dritten Generation von Marion und Burkhard Spallek für innovative Ideen im Bereich von Fliesen- und Natursteinen in einem perfekten Zusammenspiel mit handwerklicher Fachkompetenz. Die Firma an der Kreuzstraße hat in dem Neubau der Kreissparkasse die Badezimmer eingebaut.

Tischlerei Heffels: Im Innenbereich der Filiale fallen die Arbeiten der Tischlerei Heffels direkt ins Auge. Neben der Multi-Media-Wand und der Coffee-Station hat die Tischlerei auch die Trennwände der Büros und Sitzecken in der Filiale gebaut.

Erich Meuffels: Die Malerarbeiten im Neubau lagen fast komplett in den Händen der Firma Meuffels aus Gangelt-Birgden. Die insgesamt 45 Wohnungen sowie alle Treppenhäuser, Keller, Umkleiden und die Tiefgarage wurden von den Fachleuten gestrichen. Die Arbeiten dauerten einige Monate.
Im Video sind die einzelnen Stationen von Abriß bis (fast) Fertigstellung in 42 Sekunden zu sehen.
