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Massive Standortprobleme für die geplante Sporthalle in Gillrath

Redaktion 5. Juni 2019 4 Minuten gelesen

Geilenkirchen. Eine Standort-Umplanung der für den Stadtteil Gillrath beschlossenen neuen Sporthalle hat bei den Politikern viele Fragen aufgeworfen, die nun im Umwelt- und Bauausschuss gestellt wurden. Keinen leichten Stand hatte dabei Verwaltungsmitarbeiter Roland Jers, der in Vertretung für den verhinderten Architekten im Ausschuss über den Stand der Planungen zum Bau der Turnhalle mit Klassentrakt berichtete.

Roland Jers erklärte, dass sich der zunächst am oberen Hang des Schulgeländes vorgesehene Standort für die Halle nach einem Bodengutachten als untauglich erwiesen habe. Der Boden habe sich als nicht tragfähig gezeigt, außerdem bestehe die Gefahr von Bodenverschmutzungen wegen einer alten Kippe. An einer Stelle hebe man Dieselgeruch wahrgenommen. Als neue Fläche sei nun der straßenseitige Schulhof vorgesehen, der Schulhof werde im Gegenzug nach oben verlagert. Die Halle wird Ausmaße von 15 mal 28 Metern haben und auch für die Nutzung durch Vereine oder für Veranstaltungen geeignet sein. Ein zusätzlicher Klassenraum wird mit direkter Anbindung an das Schulgebäude zwischen Halle und Schule gebaut. Für die Bauzeit sei mit einem guten Jahr zu rechnen. Die zu verlegende Schulhof- und Spielfläche von etwa 1.500 Quadratmetern werde eingegrünt und könne eventuell auch einem öffentlichen Spielplatz Raum bieten.

Für die CDU führte Barbara Slupik aus, dass ihrer Fraktion die Planung gefalle, dass die Verwaltung aber prüfen solle, welcher Aufwand erforderlich sei, um die Halle zu einer Mehrzweckhalle zu machen. Roland Jers meinte dazu, dass es dann wohl Änderungen unter anderem bei Belüftung und Notausgängen geben werde, aber auch die Frage nach Parkmöglichkeiten gestellt werden müsse. Er schätzte die  Mehrkosten auf 140.000 bis 150.000 Euro, eine spätere Nachrüstung sei sicher teurer.

Hart ins Gericht ging für die Grünen Jürgen Benden mit  Planern und  Verwaltung. Der Rat sei „desorientiert“, man habe eine Neuplanung in Auftrag gegeben, ohne mit der Politik zu sprechen. 24 Bäume seien abgeschlagen worden, bevor man den Untergrund prüfte. „Durch solche Anfänger-Fehler müssen für die neue Planung weitere 26 Bäume weichen, das ist skandalös“, so Benden. Rat, Schule, Eltern und Kinder seien bei der Planung ad absurdum geführt worden. Zu den durch die Neuplanung entstehenden Kosten habe niemand etwas gesagt. Die Grünen hätten mit einem Fachmann nachgerechnet und seien auf rund 90.000 Euro für Verdichtung der Erde und Entsorgung eventuell verseuchten Bodens gekommen. Dazu kämen noch 25.000 Euro für die Bodenverdichtung am neuen Standort und 150.000 für den Spielplatzumzug.

Die Bürgerliste werde den neuen Plänen zustimmen, sagte Helmut Gerads. „Wenn wir nicht endlich anfangen, verschiebt sich der Bau der Halle schon wieder“, so Gerads. „Wir müssen endlich in die Pötte kommen“, bekräftigte CDU-Sprecher Max Weiler diese Ansicht. Grundsätzliche Zustimmung, allerdings auch den Wunsch nach mehr Informationen kam auch von Christoph Grundmann (SPD), Stefan Mesaros (Für GK) und Wilfried Kleinen (Geilenkirchen bewegen und FDP).

Die Grünen dagegen wollten eine Vertagung der Entscheidung bis zur Ratssitzung in etwa einem Monat und dazu eine Kostengegenüberstellung, welche die Verwaltung vorlegen soll, scheiterten aber bei nur fünf Ja-Stimmen mit diesem Antrag.  Mit großer Mehrheit angenommen wurde dagegen der Verwaltungsvorschlag für den Neubau der Turnhalle und des zusätzlichen Klassenraums auf dem bisherigen Schulhofgelände sowie die Verlagerung des Pausenhofs auf das obere Grundstück. Die Kosten von rund 1,3 Millionen Euro könnten, so die Verwaltung auf die Haushalte 2019 und 2020 verteilt werden. Die Kosten für den neuen Klassenraum und die Anbindung an das Schulgebäude (30.000 Euro) sowie für die Neugestaltung des Pausenhofs und der Freianlagen (etwa 150.000 Euro) sind demnach im noch zu beratenden Nachtragshaushalt bereitzustellen. (mh)

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