Ehrungen der Feuerwehr gehören zur Tradition

Matthias Reinartz ist bereits 70 Jahre Mitglieder der Feuerwehr

Geilenkirchen. Sehr viel Dank und Anerkennung ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger haben die ausschließlich ehrenamtlichen Angehörigen der Feuerwehr Geilenkirchen während und nach dem Hochwassereinsatz Mitte Juli erlebt. Dies unterstützt und bestärkt natürlich das Engagement für die Feuerwehr umso mehr. Es wird schon als Privileg empfunden, dass die eigene Begeisterung und Leidenschaft für eine Sache auf durchweg positive Resonanz stößt. „Wir tun unseren Dienst nicht auf der Suche nach Anerkennung, sondern wir erhalten Anerkennung für das war wir aus Überzeugung tun.“

Feuerwehrleute leben aber auch mit und für die Traditionspflege. Zu dieser guten Tradition gehört es, Feuerwehrangehörige für besondere Verdienste und langjährige Mitgliedschaft zu ehren. Pandemiebedingt ist im vergangenen Jahr die über lange Zeit liebgewonnene Feierstunde im Haus Basten zu Ehren der Jubilare weggefallen. Auch alle anderen Veranstaltungen, die eine Gelegenheit zur Ehrung gegeben hätten, sind, wie überall, ausgefallen. Mit dem äußeren Ausdruck für den Respekt und die Anerkennung der Leistungen wollte Stadt Geilenkirchen nun nicht länger warten und hatte alle zu Ehrenden der Jahre 2020 und 2021 in die Bürgerhalle Würm eingeladen. Die Beschäftigten des Ordnungsamtes hatten den nicht unerheblichen Aufwand zur Organisation einer Veranstaltung, die den Regeln der aktuellen Corona-Schutzverordnung entspricht, auf sich genommen. Der erfolgreiche Verlauf des Abends hat die hervorragende Vorbereitung belohnt.

Mehr als 50 Angehörige der Feuerwehr, die schon 25 oder deutlich mehr Jahre Treue zur Feuerwehr halten, wurden von Bürgermeisterin Daniela Ritzerfeld begrüßt. Anschließend nahm sie im Namen des Innenministers die Auszeichnungen mit dem silbernen und goldenen Feuerwehrehrenzeichen des Landes für 25- bzw. 35-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr vor. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Claus Vaehsen konnten anschließend für den Verband der Feuerwehren NRW Ehrungen von Kameraden vornehmen, die bereits 40 Jahre und mehr im Dienst der Feuerwehr stehen. Herausragend ist dabei die sehr seltene Ehrung für 70 Jahre Mitgliedschaft, die Matthias Reinartz aus Süggerath entgegennehmen konnte. Die langjährige Verbundenheit dient allen jüngeren Einsatzkräften als Vorbild.

Innerhalb der Feuerwehr Geilenkirchen gibt es bereits seit vielen Jahren Ehrungen für 15 und 20 Jahre Mitgliedschaft. Dies scheint im Vergleich zu 25, 35 oder mehr Jahren zunächst zwar weniger ehrungswürdig, aber gerade in einer Lebensphase, die oft von großem familiärem und beruflichem Engagement geprägt ist, rechtfertigt der Einsatz in der Feuerwehr die Würdigung durch die silberne oder goldene Ehrennadel der Feuerwehr Geilenkirchen.

Insgesamt wurden über 80 Angehörige der Feuerwehr Geilenkirchen für langjährige Mitgliedschaft geehrt. So viele, dass unter Pandemiebedingungen nicht einmal das traditionelle Gruppenfoto möglich war.

Feuerwehr lebt nicht nur von langjähriger Treue, sondern auch von der hohen Aus- und Fortbildungsbereitschaft der Einsatzkräfte und der Bereitschaft, zusätzliche Verantwortung als Führungskraft zu übernehmen. Äußeres Zeichen des Ausbildungsstandes sind Dienstgrade. So konnte die Veranstaltung auch gleichzeitig genutzt werden, Stefan Auer, Uli Damberg, Andreas Styfal (alle Löscheinheit Geilenkirchen), Manuel Becker (Löscheinheit Tripsrath-Niederheid) und Michael Plum (Löscheinheit Prummern) nach erfolgreicher Gruppenführerausbildung zum Brandmeister zu befördern. Lars Bierfeld (LE Würm) und Michael Plum (LE Teveren) wurden zu Oberbrandmeistern und Bastian Mänz (LE Süggerath) nach Ausbildung als Verbandsführer zum Brandoberinspektor befördert.

Als Höhepunkt des Abends wurden erstmalig Ehrenzeichen der Feuerwehr Geilenkirchen verliehen. Diese Ehrenzeichen werden seit 2020 für besondere Leistungen vergeben. Die Feuerwehr will sich damit einerseits bedanken und andererseits ihre Anerkennung für herausragendes Engagement zum Ausdruck bringen. Auch wenn kameradschaftliche Zusammenarbeit die „Kernkompetenz“ der Feuerwehr ist und sie so stark und leistungsfähig macht, wie es die Geilenkirchenerinnen und Geilenkirchener gewöhnt sind. Ohne die besondere Einsatzbereitschaft Einzelner geht es nicht.

Die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Talente der Geehrten zeigten dabei sehr deutlich, wie vielfältig Engagement sein kann. UBM Ralf Jansen aus Prummern wurde u.a. für seinen unermüdlicher Einsatz bei der Koordination der Eigenleistung zum Ausbau des Gerätehauses mit dem silbernen Ehrenzeichen der Feuerwehr Geilenkirchen ausgezeichnet. Ebenfalls ein silbernes Ehrenzeichen erhielt HBM Josef Zimmermann, der seit über 15 Jahren als Löscheinheitsführer in Würm aktiv ist und weit über die eigene Löscheinheit hinaus den Zusammenhalt und die Entwicklung der Gesamtfeuerwehr im Blick hat. Sein Engagement im ehemaligen Umweltschutzzug und in der Ausbildung auf Stadtebene waren da schon fast selbstverständlich. Als dritter, mit dem silbernen Ehrenzeichen ausgezeichneter, Feuerwehrangehöriger steht BOI Matthias Heiligers stellvertretend für Weitsicht und Verlässlichkeit der Feuerwehr. Als Mitbegründer der Jugendfeuerwehr hat er so manchen Zuschauer in der Halle auf den ersten Schritten in die Feuerwehr begleitet. Lange Jahre leitete er zudem die Geschicke der Löscheinheit Geilenkirchen und des ersten Zuges.

Das erste goldene Ehrenzeichen der Feuerwehr Geilenkirchen für herausragende Leistungen erhielt der ehemalige Leiter der Feuerwehr und Ehrenstadtbrandmeister StBI Michael Meyer. Im Mittelpunkt standen bei der Ehrung gar nicht mal die sprichwörtlich ungezählten Stunden Freizeit, die er für die Feuerwehr eingesetzt hat. Vielmehr hat Michael Meyer die Feuerwehr der Stadt Geilenkirchen geprägt wie kaum ein anderer. Die Struktur der Löscheinheiten und Standorte trägt z.B. weiter seine Handschrift. Darüber hinaus hat er die Feuerwehr Geilenkirchen auch auf Kreisebene bestens vertreten. Als besonderes Zeichen der Wertschätzung wurde von den Verantwortlichen das goldene Ehrenzeichen für 2020 nur einmal vergeben.

Es gibt das angebliche Zitat, Tradition sei die „Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche“. In diesem Sinn pflegt die Feuerwehr mit Recht ihre Traditionen, um auch zukünftig Nachwuchs für die Aufgabe zu begeistern. Vorbilder hat sie genug in den eigenen Reihen!

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