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Die Stadt muss Wohnraum für rund 800 kleinere Haushalte planen

Redaktion Veröffentlicht:16. Mai 2017 | Aktualisiert:16. Mai 2017 4 minutes read
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Geilenkirchen Den Beifall der Fraktionen verdiente sich am Donnerstag im Stadtentwicklungsausschuss Michael Jansen vom Planungs- und Bauamt der Stadt. Ihm war es gelungen, ein detail- und umfangreiches „Strategiepapier Baulandentwicklung“ so knapp und prägnant darzustellen, dass die Ausschussmitglieder gut damit arbeiten konnten. Auf Antrag der Fraktion „Geilenkirchen bewegen und FDP“ hatte die Verwaltung das Papier erstellt, wobei man die Vorgaben der Landesplanung und aktueller Landesstatistiken auf die Struktur Geilenkirchens projiziert und so den Bedarf an Wohnbauflächen ermittelt hatte.

Das Strategiepapier kommt zu dem Schluss, dass bis 2040 Geilenkirchen Bedarf für weitere 800 Haushalte, und zwar Single- oder Ein- und Zweipersonenhaushalte hat. Die Vorgaben des Landesentwicklungsplans fordern für die notwendigen Baumaßnahmen eine flächensparende und bedarfsgerechte Siedlungsentwicklung mit dem Vorrang für Schließung von Baulücken im Innenstadtbereich (Geilenkirchen einschließlich Bauchem und Hünshoven) und „zentralörtlich bedeutsame Siedlungsbereiche“ mit vorhandener Infrastruktur. Für Geilenkirchen wurde ein Bedarf von 35 Hektar Baufläche errechnet, der im Innenstadtbereich mit der Erweiterung des Flussviertels in Hünshoven und der Bebauung des Molkereigeländes schon angegangen wird ebenso wie in den Außenorten mit Baugebieten in Teveren und Lindern. Mittelfristig stehen Erweiterungen für die Ortslagen Würm-Leiffarth, Immendorf und Gillrath auf dem Plan.

In dieser Aufzählung vermisste Gabriele Kals-Deußen (Für GK) ihren Ort Hatterath, in dem vor wenigen Monaten eine Bürgerbefragung zusätzlichen Wohnbedarf ergeben hatte. Bürgermeister Georg Schmitz reagierte darauf mit einer Aufzählung der den Landesplanungen entsprechenden Beratungen in der Stadtentwicklungsgesellschaft und dem Hinweis, dass man bis 2018 klären werde, wie der Wohnbedarf für Hatterath und Gillrath zu regeln sei.

Mit der Bemerkung, dass ihm die Planung zu sehr in Richtung „Auf Deuwel komm raus“ gehe, eröffnete Grünen-Sprecher Jürgen Bender die intensive Diskussion. Statt auf der grünen Wiese Wohnungen für eher betuchte Familien zu planen, so Benden sinngemäß, sei es richtiger, sich intensiv mit der Schließung von Baulücken zu befassen und einen „Leerstandmanager“ damit zu beauftragen, vorhandenen, aber leerstehenden Wohnraum – zum Beispiel in zu großen Häusern von älteren Menschen – verfügbar zu machen. Grundsätzlich hielt Beigeordneter Markus Mönter eine solche Leerstanderhebung für gut, aber auch für zu früh und zu teuer. „Da müssen wir ein ganz dickes Brett bohren“, sagte Mönter und schlug vor, in den nächsten fünf Jahren zunächst die Liste aus der Planung abzuarbeiten. Den zeitlichen Rahmen sprach später auch Bauamtsleiter Alexander Jansen an: „Von heute auf morgen ist kein Baugebiet zu entwickeln!“

Für die CDU meinte Max Weiler, genauso wichtig wie neues Bauland sei die Entwicklung der Infrastruktur und des öffentlichen Personenverkehrs in kleineren Orten, damit ältere Menschen möglichst lange in ihren Wohnungen bleiben könnten. Die Leerstände würden zudem oft für Kinder oder Enkel freigehalten.  Dass  Baulücken wie Streuobstwiesen oder Weiden auch als Naturerlebnis für Kinder nicht ganz verschwinden dürften, betonte Gabriele Kals-Deußen, und  Helmut Gerads (Bürgerliste) sah das ähnlich. Er sprach sich auch für eine Leerstanderhebung aus. Sein Fraktionskollege Christian Ebel stellte fest: „Es fehlen Wohnungen für Leute mit geringem Einkommen, wir brauchen auch Mehrfamilienhäuser“.

Bevor Grünen-Sprecher Jürgen Benden als Antrag formulierte, dem vorgelegten Verwaltungsentwurf nur unter der Bedingung zuzustimmen, dass zumindest mittelfristig ein Leerstand-Management eingerichtet und eine Baulücken-Erfassung vorgenommen werden, hatte sein Fraktionskollege Rainer Jansen zum Thema Siedlungsentwicklung noch eine provozierende Meinung in petto. Mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass dies seine ganz persönliche Meinung und nicht die seiner Fraktion sei, sagte er: „Die Fliegerhorstsiedlung Teveren ist ein Millionengrab, die kann man nur abreißen!“ Der Antrag seiner Fraktion zum Gesamtpaket „Strategiepapier Baulandentwicklung“ fand bei nur drei Ja-Stimmen keine Mehrheit. Der Vorschlag der Verwaltung erhielt bei drei Neinstimmen die Zustimmung des Ausschusses. (mh)

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