BM Armin Leon mit seinem Referenten Markus Bienwald.
Geilenkirchen. Personalentscheidungen in der städtischen Verwaltung haben selten ein öffentliches Interesse. Dies hat sich jedoch im letzten Monat in Geilenkirchen kurzfristig geändert. Der fraktionslose Abgeordnete der Grünen im Rat der Stadt, Jürgen Benden, hat im März mit einem Schreiben die Kommunalaufsicht beauftragt zu prüfen, ob die Anstellung des „Persönlichen Referenten“ von Bürgermeister Armin Leon rechtens ist. Die Position übernahm Anfang März Markus Bienwald, der seinerseits auf viele Jahre im Zeitungswesen zurück blickt und auch als Pressereferent bei der EWV tätig war. In Sachen Personalentscheidung sind dem Bürgermeister der Stadt Geilenkirchen weitestgehend die Hände gebunden. Hintergrund dieser Frage Bendens ist wohl die Tatsache, dass der Rat der Stadt erst kürzlich einen „Einstellungsstopp“ per Beschluss verabschiedete. Dieser ist jedoch beschränkt auf neue Stellen. Vakante und frei werdende Stellen dürfen auch weiterhin neu besetzt werden. Die frühere Bürgermeisterin, Daniela Ritzerfeld, hatte in ihrer Amtszeit die Stelle eingeführt. Diese hatte Christina Kamphausen inne. Anfang des Jahres wechselte sie auf eine höhere Stelle in der Verwaltung. Somit wurde die Referentenstelle frei. Nach kurzer Zeit bekam Benden die Antwort der Aufsichtsbehörde, dass alles in rechten Dingen verlief.
Doch damit scheint Benden noch nicht zufrieden zu sein. In einer Anfrage zur Geschäftsordnung möchte er wissen, wie Stellenplan und Personalsituation in der Verwaltung aussehen.
Dabei möchte er folgende Fragen beantwortet haben:
Stellen und Besetzungsstand
Unter- und Überbesetzung
Entwicklung und Begründung
Steuerung und Effizienz
Vakanzmanagement
Transparenz und Nachvollziehbarkeit
Strategische Bewertung
In den Jahren vor Bürgermeister Leon wuchs die Verwaltung der Stadt bis zum heutigen Stand von 390 Stellen an. Auf diesen Stellen arbeiten 430 Beschäftigte. Aufgrund von Stellenteilungen kommt diese Zahl zustande. Für eine Verwaltung wird auf Grundlage von 30000 Einwohner eine Spanne bei den Vollzeitbeschäftigten von 150 bis 350 angegeben. Somit liegt die Stadt Geilenkirchen eigentlich über dem „Maximum“. Dies ist Bürgermeister Armin Leon bereit in seinen ersten Wochen als Verwaltungschef aufgefallen. Er sieht diese Entwicklung auch mit Sorge: „Ich habe nicht vor, dass die Beschäftigungszahl in der Verwaltung weiter anwächst. Ich hätte die damalige Referentin, Christina Kamphausen, auch gerne weiter behalten. Sie hat aber eine höhere Position angenommen. Das ist ganz normal. In meiner kurzen Zeit als Bürgermeister in der Verwaltung ist mir auch aufgefallen, dass die Amtsleitungen überwiegend männlich besetzt sind. Ich hoffe, dass es sich in meiner Amtszeit noch ändert.“
