Viele Einsatzkräfte sicherten im Juli 2021 die Stromversorgung das Krankenhauses. Foto: FFW Geilenkirchen
Geilenkirchen. Es ist genau zwei Jahre her, als nachmittags die Katastrophe in Geilenkirchen seinen Lauf nahm. Die Wurm führte immer mehr Wasser und es war abzusehen, dass sie in der darauffolgenden Nacht die Innenstadt überfluten würde. So kam es leider dann auch. Der weitere Verlauf ist hinlänglich bekannt.
Immer häufiger berichten Presse und Medien über Extremwetterereignisse, die dem Gefühl nach nicht nur öfter vorkommen, sondern auch in ihrer Intensität zunehmen. Erst vor einigen Tagen zog ein kurzes, jedoch heftiges Gewitter mit Starkregen und Sturmböen über Teile des Geilenkirchener Stadtgebiets, welches den mehrfachen Einsatz der Feuerwehr erforderlich machte. Die Bilder aus dem Jahr 2021, als nicht nur Geilenkirchen überflutet wurde, gehen da nicht mehr aus den Köpfen der Bürger. Nicht vergessen sind auch die größeren Vegetationsbrände im Hohen Venn und in der Brunssumer Heide, wo jeweils Fahrzeuge der hiesigen Feuerwehr im Einsatz waren.
Starkregen, Hochwasser, Vegetationsbrände und ähnliche Wetterereignisse sind unweigerlich Themen mit denen sich Politik und Verwaltung, aber auch die örtliche und überörtliche Gefahrenabwehr auseinandersetzen müssen. Nicht nur Überlegungen und Pläne müssen her, auch konkrete Maßnahmen müssen unweigerlich folgen. In Abstimmung mit der Verwaltung und den politischen Gremien konnte die Feuerwehr der Stadt Geilenkirchen hierzu in den letzten Jahren bereits viele Punkte der tiefgreifenden Planungen umsetzen.
Bereits im letzten Jahr wurden diverse Anschaffungen zum Schutz der „kritischen Infrastruktur“ Feuerwehr getätigt werden, die teils auch schon vor dem verheerenden Hochwasser 2021 geplant und in Beschaffung waren. Vor allem der Anhänger Strom mit einer elektrischen Leistung von 60kVA zum Einspeisen des Feuerwehrgerätehauses Geilenkirchen, inklusive der Räumlichkeiten des „Stabes Außergewöhnliche Ereignisse“ der Stadt Geilenkirchen stellt eine deutliche Verbesserung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr dar. Daneben wurde – auch zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaften der einzelnen Löscheinheiten –Material zum Beleuchten und zur Stromversorgung der acht weiteren Feuerwehrgerätehäuser im Stadtgebiet bereitgestellt.
„Wir haben, wie andere Feuerwehren auch, sehr gut ausgebildete und überdurchschnittlich engagierte Einsatzkräfte, angemessene Ausrüstung und eine geeignete Führungsstruktur. Die Leistungsfähigkeit hat sich beim Hochwasser 2021 eindrucksvoll gezeigt.“ erläutert Frank Büßelberg als Leiter der Feuerwehr. „Aber auch wir bleiben nicht stehen, sondern verbessern laufend unsere Fähigkeiten. In dem mehrtägigen Dauereinsatz 2021 sind rechnerisch von den ca. 130 Einsatzkräften mehr als 6.500 Stunden geleistet worden. Das war für Mensch und Material eine kräftezehrende Angelegenheit. Da liegt es auf der Hand, dass wir nicht nur den Erfolg, sondern auch die Verbesserungspotenziale gesehen haben.“
Nach dem Hochwasser hat die Feuerwehr von verschiedenen Seiten z.T. sehr großzügige Spenden erhalten. „Für uns war sofort klar, dass wir dieses Geld für die Ausrüstung der einzelnen Einsatzkräfte und zur besseren Vorbereitung auf ähnliche Ereignisse einsetzen.“ beschreibt Frank Büßelberg die schnell getroffene Entscheidung der Wehrleitung. So konnte einerseits die gesamte Wehr mit Wetterschutzjacken ausgestattet werden, die ihre Einsatztauglichkeit bereits an vielen Einsatzstellen beweisen konnte. Zudem konnten mehrere Schmutzwasserpumpen diverser Größen und Durchflussmengen gekauft werden. Nicht nur beim Hochwasser waren genau diese Pumpentypen eine große Hilfe.
Fest eingeplant und über den Brandschutzbedarfsplan bereits verbindlich auf den Weg gebracht ist die Beschaffung eines zweiten Logistikfahrzeugs. „Bei materialintensiven Einsätzen ist die Logistik immer wieder ein begrenzender Faktor. Wir haben uns dieser Aufgabe mit dem inzwischen abgeschlossenen Aufbau eines Fachdienstes Logistik gestellt und werden im kommenden Jahr mit einem zweiten Fahrzeug die Engstelle komplett schließen.“ Das Fahrzeug wird aufgrund seiner Wasserdurchfahrtfähigkeit auch bei Überflutungen direkt einsetzbar sein.
Die Liste der Maßnahmen nach dem Hochwasser ist damit nicht abgeschlossen. Dazu Frank Büßelberg „Alles, was wir eigenständig organisatorisch oder spendenfinanziert umsetzen konnten, ist inzwischen erledigt. Die übrigen, aufwändigeren und langfristigeren, Maßnahmen sind in Abstimmung mit Rat und Verwaltung eingeleitet und werden mittelfristig umgesetzt.
Auch die kommenden Jahre werden vermutlich gezeichnet sein von weiterhin zunehmenden unplanbaren und akuten Ereignissen außergewöhnlichen Ausmaßes. Dank diverser Anschaffungen und Planungen, sowie der gut verzahnten Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Feuerwehr kann die Stadt Geilenkirchen jedoch gut vorbereitet in die Zukunft blicken.
