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Nach sechs Jahren Bauzeit ist die Lücke jetzt geschlossen – Teilstück B56n für den Verkehr freigegeben

Redaktion Veröffentlicht:3. Mai 2017 | Aktualisiert:3. März 2022 4 Minuten gelesen
b56n_2

Kreis Heinsberg/Mönchengladbach. Nach mehr als sechs Jahren wurde am Mittwoche das Teilstück B56n für den Verkehr freigegeben. Die neue Straße schließt die Lücke zwischen der niederländischen ,A2 und der A46 auf deutscher Seite und verbindet damit die lndustriezentren an Rhein und Maas mit dem Ruhrgebiet, sowie den Seehäfen Antwerpen und Rotterdam. Das neue Teilstück sorgt für weniger Durchgangsverkehr in den Ortschaften der Gemeinden Gangelt, Selfkant und der Stadt Heinsberg. Die B56n im Kreis Heinsberg erfüllt zahlreiche Funktionen. Am Mittwoch (3. Mai 2017) wurde das dritte Teilstück der B56n Ost vom Bundesministerium für Verkehr und digitale lnfrastruktur, Landesverkehrsminister Michael Groschek und Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek für den Verkehr freigegeben.
„Der Lückenschluss der B56n ist ein Gewinn für die gesamte Region. Er entlastet mehrere Orte von Lärm und Abgasen und verbessert die innerörtliche Lebensqualität und Verkehrssicherheit. Gleichzeitig wird die Bundestraße nun ihrer bedeutenden Funktion im Berufspendlerverkehr und im Wirtschaftsverkehr wieder gerecht“, sagte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, anlässlich der Verkehrsfreigabe.
Rund 44 Millionen Euro haben der Bund und der Kreis Heinsberg (Anteil: knapp zwei Millionen Euro) in die 8,8 Kilometer lange B56n Ost investiert, die von der K17 bei Gangelt bis zur 8.2211A46 führt. Je nach Abschnitt werden laut Prognosen zwischen 16.000 und 19.000 Fahrzeuge täglich diesen Abschnitt nutzen. Drei Fahrstreifen stehen dem Verkehr dafür zur Verfügung, wobei die dritte spur für beide Fahrtrichtungen abwechselnd zum Überholen freigegeben ist.
Verkehrsminister Michael Groschek betonte: „Die Niederlande sind der wichtigste Außenhandelspartner Nordrhein-Westfalens. Bei Ein- und Ausfuhren liegen sie mit Abstand auf Platz eins. Da ist es großartig, dass wir mit der B56 jetzt eine neue leistungsfähige Straßenverbindung zwischen NRW und den Niederlanden haben und dass wir mit der Betuwe-Linie auch eine leistungsfähige Bahnverbindung bekommen. Wir verbinden nicht nur die lndustriezentren an Rhein und Maas sondern auch die Menschen, die dort leben, und machen damit Europa stark,“
Sechs Jahre dauerten die Bauarbeiten für die B56n Ost. Sie stellten die federführende Straßen NRW-Regionalniederlassung Niederrhein immer wieder vor Herausforderungen, die es zu meistern galt. Denn beim Bau der B56n Ost mussten verschiedenste Faktoren berücksichtigt werden, etwa topographische Gegebenheiten, bereits vorhandene Straßen oder Gewässer. Während insgesamt rund 500.000 Kubikmeter Erdboden gelöst werden mussten, um die Strecke per „Einschnitt“ in die Landschaft einzufügen, wurden an anderer Stelle insgesamt ca. 250.000 Kubikmeter Boden aufgeschüttet, um die Straße auf Dammlage zu bringen.
„Unser Ziel war es zudem, während des Baus den Verkehr auf den umliegenden Strecken so wenig wie möglich zu beeinflussen, sei es auf Kreis-, Gemeinde- und Bundessstraßen oder auf der A46. Deshalb haben wir während der Bauzeit entweder Umleitungen oder, bei Brückenbaustellen, Umfahrungsmöglichkeiten geschaffen“, so Straßen NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek.
Brückenbaustellen gab es im Laufe der Entstehung der B56n Ost einige: Zehn Brücken mussten errichtet werden, darunter die Überführungen des Saeffeler Baches und der Selfkantbahn. Wie die anderen Brücken entlang der gesamten B56n, folgen die neuen Bauwerke dem architektonischen Konzept, für das eigens ein Gestaltungswettbewerb durchgeführt worden war. Prägendes Gestaltungselement ist eine Bogenlinie, zu sehen insbesondere an den Klinkern der Brückenwände.
Um die Geräuschkulisse zu minimieren, hat die B56n Ost einen lärmmindernden Splittmastixasphalt erhalten. lm Bereich der Tieflage Schierwaldenrath-Birgden wurde an der Nordseite der B56n Ost zwischen den Bauwerken Saeffeler Bach und Selfkantbahn eine 57 Meter lange und vier Meter hohe Lärmschutzwand errichtet. Hohe Priorität hatten von Beginn an die Belange des Natur- und des Artenschutzes. Durch den Neubau der B56n Ost wurden hauptsächlich Ackerflächen in Anspruch genommen – und damit Lebensraum für Tiere wie den Feldhamster. Als Ausgleich wurden deshalb unter anderem Ackerstreifen angelegt. Dem Steinkauz dienen neu angelegte Streuobstwiesen und Grünlandbereiche als Jagdbereiche und zukünftige Brutstätten. Die hohen und dicht gepflanzten Gehölze entlang der Trasse stellen zudem eine Überflughilfe dar. Tiere, die die B56n Ost auf ihrer Wanderung am Boden queren müssen, zum Beispiel Hasen und Rebhühner, können dies durch entsprechende Durchlässe gefahrlos tun. Zusammengenommen beträgt die Fläche für Ausgleichsmaßnahmen rund 290.000 Quadratmeter.

 

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