Straßensanierung in Gillrath: Mangelhafte Information und gefährliche Umgehungen – Stadt war nicht an der Planung beteiligt

Die Ortsdurchfahrt Gillrath ist bis Mitte November gespert. Umleitungen sind ab der B 221 ausgeschildert.

Geilenkirhen. Das beherrschende Thema bei der Ratssitzung am Mittwochabend war die Sanierung der Karl-Arnold-Straße in Gillrath und die dadurch verursachten teils chaotischen Zustände in den als Umgehungsstrecken genutzten Nebenstraßen. Bürgermeister Georg Schmitz verlas eine ausführliche Antwort auf Fragen von Christian Kravanja (Bürgerliste). Dieser hatte unter anderem wissen wollen, ob die Stadt in die Planung des Landesbetriebs Straßen NRW einbezogen wurde und seit wann die Stadt den Starttermin für die Bauarbeiten (11. September) kenne. Bevor er auf Einzelheiten kam bedauerte der Bürgermeister zunächst, dass in der Öffentlichkeit auch der Stadt die Schuld an den Gillrather Zuständen zugewiesen werde. Dabei habe er mehrfach mit Bürgern und Geschäftsleuten in Gillrath gesprochen, sich die Sorgen der Menschen angehört.

Die Sanierungsplanung für die ehemalige B 56 (jetzt L 47) liege ausschließlich in der Verantwortung des Landesbetriebs Straßen NRW, sagte der Bürgermeister. An Ausschreibungen oder überörtlichen Umleitungen und der entsprechenden Beschilderung sei die Stadt nicht beteiligt. Auch die Informationspflicht liege beim Straßenbaulastträger. Dennoch weise die Stadt bei jeder Maßnahme im Vorfeld darauf hin, dass alle Anwohner durch eine detaillierte Hausinformation sowie durch die Presse zu informieren seien. Das Datum des Baubeginns habe die Stadt erst am 28. August erfahren. Nach Meinung des Bürgermeisters wäre eine halbseitige Sperrung der der Karl-Arnold-Straße mit Ampelführung erträglicher für die Gillrather Bewohner gewesen. Der Landesbetrieb habe diese Lösung jedoch mit dem Argument zurückgewiesen, dass damit die Bauarbeiten doppelt so lange dauerten und teurer würden. Vom Landesbetrieb sei ihm mitgeteilt worden, so Schmitz, dass die Straße bis zum 16. Oktober komplett asphaltiert sein soll, falls das Wetter mitspiele. Anliegerverkehr sei zu jeder Zeit möglich bis auf einige Tage der Vollsperrung, an denen die Anwohner ihre Einfahrten nicht erreichen können.

Vor allem die mangelhafte Information über die Baumaßnahme hatte Christian Kravanja in seiner Anfrage angesprochen. Bei besserer Information hätten zum Beispiel Geschäftsinhaber ihre Betriebsferien in die Bauzeit legen können. Dass der Landesbetrieb Straßen NRW seiner Informationspflicht nicht nachgekommen sei bestätigte sein Gillrather Fraktionskollege Helmut Gerads. Er wies später auch auf die immense Belastung der Nebenstraßen hin, die eigentlich alle Anliegerstraßen seien. Hier würden durch die Nutzung als Umleitungsstrecken Fahrbahnen zerstört, für deren Sanierung später die Anwohner aufkommen müssten.

Die enorme Belastung der Nebenstraßen bestätigte SPD-Sprecher Christoph Grundmann. Am Tag der Ratssitzung, also am Mittwoch, hatte er an der Ecke Marienstraße und „An der Burg“ in Gillrath in der Zeit von 15.30 bis 16. 30 Uhr 477 Pkw und sieben Lkw gezählt, und in den angrenzenden Orten Hatterath oder Nierstraß sehe die Belastung nicht besser aus, sagte Grundmann.

Darauf, dass dieses Verkehrsaufkommen auch eine enorme Gefahr für Fußgänger, vor allem für Kinder auf dem Schulweg, bedeutet, wiesen später auch Bürger in der Einwohner-Fragestunde hin. Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Gillrath, Dr. Armin Leon, sprach dabei von einer „suboptimalen“ Vorbereitung der gesamten Maßnahme. (mh)

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