In Geilenkirchen geboren – Mit 102 Jahren in den USA gestorben

einer der ältesten Geilenkirchener starb am 1. Juni in St. Louis, Missouri

Erich Dahl zusammen mit Hermann Wassen bei seinem letzten Besuch in Geilenkirchen auf Jüdischen Friedhof.

Geilenkirchen. Der Geilenkirchener Karl-Heinz Nieren, bekannt durch seine zahlreichen Beiträge um die Aufarbeitung jüdisch-stammender Familien in Geilenkirchen, teilte uns jetzt mit, dass mit Erich Dahl, der älteste in Geilenkirchen geborene Bürger, am 1. Juni 2022 in Creve Coeur, St. Louis, Missouri, USA, im Alter von 102 Jahren, starb. Er wurde am 29. Februar 1920 in Geilenkirchen, geboren.

Im folgenden ein kleiner Rückblick auf das Leben Dahl´s:

Im November 1938 floh er, ohne seine Lehre als Koche in Essen beenden zu können, aus Nazi-Deutschland, wo der größte Teil seiner Familie umkam, und emigrierte nach Kansas City, Missouri, wohin schon vorher ein Onkel geflohen war, und ließ sich später in St. Louis, Missouri, nieder. Erich diente mit Stolz von 1941 bis 1945 in der Armee als Koch einer Sanitätseinheit und verbrachte einen Großteil dieser Zeit im Pazifik. Als er von seinem Kriegseinsatz zurückkehrte, lernte er seine zukünftige Frau Hilda Gerson kennen, die aus Koblenz stammte. Sie waren über 55 Jahre bis zu ihrem Tod im Jahr 2002 verheiratet.

1992 besuchte er noch einmal seine Heimatstadt, Geilenkirchen, und das Ehepaar Christel und Hermann Wassen, mit dem er seit den 1960er Jahren engen brieflichen Kontakt hatte.

Er hinterlässt zwei Kinder und fünf Enkel*innen und fünf Urenkel*innen.

Erich arbeitete viele Jahre für Famous-Barr als Director of Food Services, bevor er eine ähnliche Position bei der May Company in Cleveland, Ohio, übernahm und schließlich seine eigene Lebensmittelmaklerfirma hatte.

Erich und Hilda kehrten 1986 nach St. Louis zurück, um bei der Familie zu sein. Er ist in St. Louis als Schöpfer der Famous-Barr French Zwiebelsuppe und des John White Burgers bekannt. Er nahm bis zum Alter von 94 Jahren an den Seniorenolympiaden teil und gewann zahlreiche Medaillen auf lokaler und nationaler Ebene. Er führte seine Langlebigkeit auf sein tägliches Training zurück und trainierte bis ein paar Monate vor seinem Tod.

4 Kommentare

  1. Mein tiefstes Beileid. Was hat der Mensch in seinem langen Leben alles mitgemacht! Vermutlich eine glückliche Kindheit in seinem Geburtsort Geilenkirchen mit vielen Freunden, aber auch Naziherrschaft, Ausgrenzung, Reichspogromnacht, Flucht aus seiner Heimat, zahlreiche Verluste von Freunden u. Verwandten durch Mord und Vertreibung usw. Was würde Herr Dahl vom derzeitigen Prozess gegen die rechten Schänder vor dem Amtsgericht halten, die von der Staatsanwaltschaft nicht wegen Volksverhetzung und wegen des Schmierens von Hakenkreuzen angeklagt sind? Was sagen andere Nachfahren und Betroffene wohl dazu, wie man 2022 mit bekannten Nazis in Deutschland vor dem Gericht umgeht. Einfach nur beschämend und unfassbar. Da werden die einzigen Erinnerungen an deren Vorfahren auf dem jüdischen Friedhof zerstört und Verantwortliche von Gericht und Staatsanwaltschaft bagatelisieren die Schandtat vom 30.12.2019. Ich kann mich nur wiederholen. Einfach nur schrecklich, unfassbar
    und absolut beschämend!

  2. Es ist so schön, dass dieser CSD in GK gefeiert werden konnte. Ich bin stolz auf meine Stadt.

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