Bürgermeisterwahl

Wenn der (Sach-)Verstand wegen der Kompetenz auf der Strecke bleibt!

Kommentar von VOLKER KIRSCHBAUM

Die Bürgermeisterwahl in Geilenkirchen geht in die zweite Runde. Beim ersten Wahlgang konnte keiner der Kandidaten 50% der Stimmen erreichen. Somit gibt es in zwei Wochen eine Stichwahl. Alle Kandidaten verhielten sich im Wahlkampf fair und bewiesen Charakter und Respekt den Gegnern gegenüber.

Jetzt wurden diese Tugenden wohl völlig über den Haufen geworfen. Wenn ein Printmedium in einem Kommentar titelt, dass „Kompetenz verliert – Bekanntheitsgrad siegt über Sachverstand“, stellt es sich selber ein ganz schlechtes Zeugnis aus. Die vermeintliche nicht vorhandene Kompetenz des Kandidaten, gemeint ist Georg Schmitz, hat genau bei diesem Medium 42 Jahren den lokalpolitischen Raum belichtet. Er lebte für dieses Medium, schrieb und fotografierte nicht nur bei Verkehrsunfällen, Bränden oder zahlreichen Schützenfesten, sondern wurde von diesem und anderen Redakteuren zu allen politischen Ereignissen geschickt. Dass es diesem Bürgermeisterkandidaten jetzt an Sachverstand mangeln soll, müsste auch ein Drittel der Wähler einfach ignoriert haben. Schlechter Stil ist es auch, wenn man sich dazu hinreißen lässt, dem ehemaligen Mitarbeiter vorzuwerfen, er würde mit „mittelmäßigen Videofilmchen mit fast schon clownesken Szenen und einem Auftritt mit dem Schlagerbarden Norman Langen“ versuchen sich durchzusetzen.

Dem neutralen Betrachter stellt sich nunmehr die Frage, was sind Sachverstand und Kompetenz, und wie sind diese messbar. Hat der finale Gegner Goertz diese Eigenschaften? Der für die CDU ins Rennen geschickte Goertz hatte sich im Alter von 18 Jahren entschieden, nicht mehr Mitglied in der Partei der Christdemokraten zu sein. Politisch in Erscheinung getreten ist er bis zu seiner Nominierung durch den CDU-Stadtverband im vergangenen Jahr auch nicht. Als Vorsitzender des Kreissport-Bundes vertrat der 39-jährige die Interessen der Sportvereine im Kreis. Hat er die geforderten Eigenschaften innerhalb von zehn Monaten gegenüber Schmitz aufgeholt? Was den Kandidaten Goertz nach vorne bringen könnte, ist seine Mitarbeiterführung, die er in seinem Job als Banker tagtäglich unter Beweis stellen muss.

Die „politische“ Kompetenz ist im ersten Wahlgang gescheitert. Diese hat Christian Kravanja durch seine Verwaltungstätigkeit und seiner mehr als zehnjährigen Arbeit in Ausschüssen und Rat bewiesen. Jedoch blieb ihm aufgrund des weniger großen Bekanntheitsgrades nun der „Bronze-Platz“, der aber nicht für das Finale reicht. Für die CDU geht es in den kommenden zwei Wochen allein um Schadensbegrenzung. Nun soll der Straßen-Wahlkampf forciert werden. Ob es auch zu Kaffeekränzchen kommt, bleibt abzuwarten. Erfolg ist, wenn man am Ende vorne ist.

Schmitz gewinnt mit 33,3 Prozent vor Goertz –Stichwahl um Bürgermeisteramt

Geilenkirchen. Eine faustdicke Überraschung gab es bei der Bürgermeisterwahl in Geilenkirchen. Der parteilose Kandidat Georg Schmitz geht als Sieger des ersten Wahlgang hervor. Er konnte sich mit 33,3 % als Sieger durchsetzen. Hinter ihm ging es Kopf an Kopf. Der CDU-Kandidat Ronnie Goertz hat ganze 59 Stimmen mehr als Christian Kravanja von der Bürgerliste. In Prozenten ausgedrückt waren dies 30,2 zu 29,7. Abgeschlagen waren die Kandidaten Theves, Grunert und Busse. Das amtliche Wahlergebnis wird es nach der Sitzung des Wahlausschuss am Montag geben. Christian Kravanja hat bereits am Abend gesagt, dass er das Ergebnis nicht anfechten wird. Eine neue Stimmenauszählung ist somit unwahrscheinlich.

Da keiner der Kandidaten die 50%-Hürde genommen hat, wird eine Stichwahl notwendig. Diese wird in 14 Tagen stattfinden.

Die Wahlbeteilgung lag bei 48,3 %.

Ausgezählt wurden 30 von 30 Stimmbezirken.

Bis dahin können unsere User die ständig aktualisierten Prozentzahlen an dieser Stelle lesen:

Goertz          30,2 %

Kravanja   29,7 %

Schmitz   33,3 %

Theves    5,3 %

Grunert    0,3 %

Busse     1,2 %

Stand: Sonntag, 13, September, 18.52 Uhr

Kravanja Punktsieger beim Kandidaten-Forum vor der BM-Wahl

Geilenkirchen. Die Bürgermeisterwahl in Geilenkirchen rückt immer näher. Am 13. September steht der Urnengang an. Zu einer Diskussionsrunde mit den Kandidaten kam es am Dienstag in der Realschule Geilenkirchen. Fünf Kandidaten, Ronnie Goertz, Christian Kravanja, Manfred Theves, Georg Schmitz und Horst Grunert – der Kandidat der NPD wurde nicht eingeladen – stellten sich den Fragen des Moderators Thorsten Pracht.

Zunächst stellte er die BM-Kandiaten vor und versäumte es nicht, spitzfindige Bemerkungen zu platzieren. Bei Horst Grunert vermerkte Pracht, dass er mit 1,8 Prozent bei der letzten BM-Wahl wohl kein gutes Ergebnis erzielte und was ihn bewegen würde, noch einmal anzutreten. Bei Georg Schmitz war es die Kehrtwende bei der Kandidatur, als er noch im November eine Nominierung ausschloss, und für Manfred Theves hatte er den Spruch “gerade aufgehängt und schon gleich wieder abgehängt”. Damit spielte er auf die Verwirrungen bezüglich der Wahlplakate an, die Theves als ordnungsgemäß platzierte. Bei Christian Kravanja und Ronnie Goertz waren es auch “alte Kamellen”, die am Anfang des Abend standen.

Einige Themen sollten an diesem Abend angesprochen werden. Dabei wurden die Fragen stets mit eventuellen Lösungsvorschlägen verbunden, die von den Kandidaten selten fachlich fundiert beantwortet wurden. Wer gedacht hatte, dass es von den Bürgermeister-Kandidaten klar strukturierte Äußerungen über möglichen Veränderungen in Geilenkirchen geben würde, der wurde schnell eines besseren belehrt. Einig waren die Teilnehmer an dieser Runde lediglich darin, dass die Kommunikation innerhalb der Verwaltung unbedingt einer Verbesserung bedarf. “Wir müssen die Netzwerke nutzen, die zur Verfügung stehen. Ebenso muss professionelles Personal, vor allem im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, in der Verwaltung vorhanden sein. Wir verkaufen uns ganz einfach viel zu schlecht”, prangerte Ronnie Goertz an.

Für Christian Kravanja muss das erste Ziel des neuen Bürgermeisters die Schaffung einer Stelle für Stadtmarketing sein. “Diese Person ist dann dafür zuständig, die Organisationsstrukturen innerhalb der Verwaltung zu überprüfen.” Georg Schmitz möchte den Tourismus voranbringen. “Wir liegen in einer reizvollen Landaschaft und ich beobachte immer wieder, dass viele Besucher aus ganz NRW, den Niederlanden und Belgien zu uns kommen.”

Nachdem alle Kandidaten ihre Standpunkte den rund 300 Besuchern in der Aula der Realschule dargelegt hatten, durfte das Publikum Fragen an die Kandidaten stellen. Dabei wurden stets ortsgebunde Probleme aufgeführt. Wer die Lösung der Probleme erhofft hat, wurde enttäuscht. Die deutlichsten Antworten kamen von Christian Kravanja, der den Bürgern überall Hilfe zugesagt hat. “Wir können nur das verteilen, was wir haben. Und das müssen wir sozial ausgewogen machen”, verwies Kravanja allerdings auch auf den engen finanziellen Spielraum der Stadt.

Insgesamt war der Abend nicht wegweisend für die BM-Wahl am 13. September. Als Punktsieger ging sicherlich Christian Kravanja. Wie die Bevölkerung entscheidet, werden wir am Wahl-Sonntag berichten.

Kravanja stellt sich in Teveren vor

Teveren. Als letzte Station hat Bürgermeisterkandidat Christian Kravanja  seine Tour durch die Dörfer, in der er sich den Bürgern der einzelnen Ortschaften Geilenkirchens persönlich vorstellte, in Teveren beendet.
Mit mehr als zwei Dutzend Zuhörern war eine erfreulich hohe Zahl an interessierten Zuhörern erschienen, die sich informieren wollten und denen die Zukunft Teverens und Geilenkirchens am Herzen liegt. Nachdem Kravanja sich vorgestellt hatte, ging es auch schon ins Eingemachte. Viele Fragen wurden dem Bürgermeisterkandidaten aus den Reihen der Zuhörer gestellt und schnell entfachte sich eine fachlich geführte rege Diskussion. Ob Sauberkeit der Kreisverkehre, Unfallschwerpunkt Kreuzung L42 – Scherpenseel, die bereits seit November letzten Jahres bestehende Baustelle in Richtung Windhausen oder der Zustand der Fahrradwege, alles wurde ausführlich und sachlich vorgebracht und besprochen. Natürlich war auch der Bau des neuen Hallenbades ein Diskussionspunkt und Kravanja stand Rede und Antwort. Zudem wurde über die Frage des Baus eines Bürgerhauses für Teveren sowie die Möglichkeiten, weiteren Raum für den örtlichen Kindergarten zu schaffen, diskutiert. Natürlich kam Kravanja nicht darum herum, zum  Zustand der Fliegerhorstsiedlung Stellung zu nehmen. „Vergangene Woche noch habe ich persönlich die Fliegerhorstsiedlung besucht und weiß über deren schlechten Zustand der Straßen und der leerstehenden Häuser. Hier ist es unbedingt erforderlich, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen und die Problematik dauerhaft zu lösen.“

Die Zeit war schnell fortgeschritten und es hätte noch viele Themen gegeben die man noch besprechen hätte können, aber Kravanja versprach, dass er ein offenes Ohr für alle Anliegen der Bürger haben werde und habe. Zum Schluss erläuterte Bürgermeisterkandidat Christian Kravanja noch die Aufgaben eines Bürgermeisters.

„Es geht nicht nur um Repräsentation, sondern der Bürgermeister ist Chef der Verwaltung und hat eine ganze Menge an Entscheidungsbefugnissen. Das kann man nicht einfach mal im ´Vorbeirennen` erlernen, da braucht man Fachwissen und Erfahrung.“

CDU-Stadtverband eröffnet den BM-Wahlkampf mit Ronnie Goertz

Geilenkirchen. Der Stadtverband der CDU Geilenkirchen hat am Wochenende den Wahlkampf zur Bürgermeisterwahl 2015 offiziell eröffnet. Im Rahmen des Grill- und Sommerfest in der Bürgerhalle in Würm konnte der Vorstand des Stadtverband neben den zahlreichen Mitgliedern auch eine große Anzahl Jubilare sowie als Gast den Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers begrüßen. Für die CDUler stand die kommende Wahl des Bürgermeisters in Geilenkirchen im Mittelpunkt des Abend. Die CDU informierte die Anwesenden  über den bevorstehenden Wahlkampf. Mit Ronnie Goertz stellt die CDU zu dieser Wahl einen eigenen Kandidaten. In den kommenden Woche wird sich zeigen, ob er im Kampf um das oberste Verwaltungsamt der Stadt seiner “Favoritenrolle” gerecht werden kann. Die BM-Wahl ist am 13. September.

Gemeinsame Sache: SPD unterstützt Kravanja

Geilenkirchen. Die Fronten im Vorfeld der Geilenkirchener Bürgermeisterwahl werden klarer. Die SDP teilte mit, dass sie den Kandidaten der Bürgerliste, Christian Kravanja, unterstützen werde.
Am vergangenen Freitag trafen sich erstmals die Fraktionsvorsitzenden, Parteivorsitzenden und einige Vorstandsvertreter beider Parteien, um die grundsätzlicheVorgehensweise im anstehenden Wahlkampf zu besprechen. Beide Parteien hatten die vorhergehenden Wochen genutzt und in ihren eigenen Reihen die Eckpfeiler des gemeinsamen Wahlkampfes abgeklärt. Nach einem kurzen Meinungsaustausch zwischen den Parteispitzen und Christian Kravanja wurde klar, dass die SPD Geilenkirchen den Wahlkampf des Kandidaten zu hun dert Prozent unterstützen und gemeinsam mit der Bürgerliste und Christian Kravanja im öffentlichen Wahlkampf auftreten wird. Diese Bereitschaft seitens der SPD wurde von allen Vertretern der Bürgerliste ausdrücklich begrüßt und sehr gerne angenommen.
In den nächsten Wochen werden die weiteren Vorgehensweisen und Terminplanungen eng miteinander abgestimmt werden. Der Bürgermeister-Kandidat Christian Kravanja wird bei den folgenden öffentlichen Auftritten und Wahlkampfveranstaltungen gleichermaßen von Vertretern der Bürgerliste und der SPD begleitet werden.
„Wir gehen sehr einig und hochmotiviert in den Wahlkampf und verfolgen mit großem Engagement das gemeinsame Ziel – Christian Kravanja soll der neue Bürgermeister werden“, so die Vertreter beider Parteien Gabriele Kals-Deußen, Stefan Mesaros und Helmut Gerads.
Informationen und Termine zum gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten finden Sie unter www.mein-Bürgermeister.de.

“Schorsch” Schmitz will Bürgermeister werden – Lokaljournalist seit mehr als 40 Jahren

Geilenkirchen. Es wurde schon lange spekuliert und immer wieder dementiert. Nun ist es amtlich: Georg Schmitz, ein Geilenkirchener Urgestein, wird sich als Kandidat zur Bürgermeisterwahl stellen. Der auch liebevoll „Schorsch“ genannte Lokaljournalist wurde bereits im vergangenen November als ein möglicher Kandidat gehandelt. Seinerzeit hat er jedoch abwägen müssen, ob seine Tätigkeit als Reporter mit dem Kandidatenstatus in Einklang zu bringen ist. “Ich habe mir in den letzten Wochen und Monaten viele Gedanken gemacht. Es stetiges Für und Wider ging mir durch den Kopf. Aber letztlich habe ich mich nach dem Ausscheiden von Thomas Fiedler und auf Anraten vieler Freunde und Bekannter dazu durchgerungen, diesen Schritt zu wagen. Ich kenne die Lokalpolitik, da ich tagtäglich damit verbunden bin und mir die Bürger vertrauen. Und das ist heutzutage ganz besonders wichtig”, so Schmitz. Der parteilose Kandidat schreibt seit mehr als 40 Jahren für verschiedene Printmedien und war vor dem Journalismus als Selbstständiger Kaufmann mit einem Schallplattengeschäft in Geilenkirchen tätig. Zwei Tugenden, die ihn unmittelbar zum Favoritenkreis zählen. In wie weit er parteiliche Unterstützung erhält, bleibt abzuwarten.

Georg Schmitz ist neben dem CDU-Kandidaten Ronnie Goertz, den nun auch die FDP unterstützt, Christian Kravanja, der von der Bürgerliste nominiert ist und auch von der SPD unterstützt wird, und Manfred Theves der vierte BM-Anwärter im Rennen um die Verwaltungsspitze des Rathauses in Geilenkirchen. Mit Horst Grunert ist ein fünfter Kandidat bereits in den Startlöchern, hat seine Bereitschaft zur Kandidatur aber noch nicht öffentlich gemacht. Die heiße Phase ist somit eingeleitet. Spannend wird es allemal.

FDP unterstützt Ronnie Goertz

Geilenkirchen. Bereits seit Anfang des Jahres  haben sich die „Freien Demokraten“ damit beschäftigt, welchen Bürgermeisterkandidaten sie bei der anstehenden Bürgermeisterwahl im September unterstützen wollen. Die Entscheidung zwischen den ausgezeichneten Bewerbern Christian Kravanja und Ronnie Goertz fiel weder dem Parteivorstand noch den Mitgliedern des Ortsverbandes Geilenkirchen leicht.  „Wir haben zwei sehr gute Bewerber. Das wird keine leichte Entscheidung“, stand für den Parteivorsitzenden Björn Speuser fest. Schließlich geht es in Geilenkirchen darum, lange schlummernde Chancen endlich zu heben.

Nachdem beide Kandidaten den Mitgliedern des Ortsverbandes an zwei verschiedenen Tagen Rede und Antwort gestanden hatten, fiel die Wahl auf Ronnie Goertz. Überzeugt haben die Mitglieder die Wirtschaftskompetenz und die Managerqualitäten von Ronnie Goertz.  „Die Gewerbesteuer stagniert seit 2005! Wer mit den Unternehmen redet, versteht, was zu tun ist“, so Ronnie Goertz bei seiner Vorstellung. Den „Freien Demokraten“ sind Entwicklung von Wirtschaft, Vereinsleben und Infrastruktur wichtig. „Nur so hat man auch im ländlichen Raum die Chance, sein Leben nach eigenen Wünschen zu gestalten“, resümiert Björn Speuser.

„Christian Kravanja ist ein erfahrener und sympathischer Realpolitiker, aber Ronnie Goertz hat mich mit seinen Managerqualitäten und seiner Vision für Geilenkirchen überzeugt“, begründet Nils Kasper, Mitglied des Stadtrates, die Entscheidung. „Christian Kravanjas Vorteil, aus einer Stadtverwaltung zu kommen, ist gleichzeitig sein Nachteil. Ein Blick von außen kann ein großer Vorteil sein“, so Holger Koch, stellvertretender Ortsverbandsvorsitzender.

Hoher Besuch im Seniorenheim Burg Trips

Geilenkirchen.  Am letzten Freitag erhielten die Mitarbeiter des Seniorenheimes Burg Trips hohen Besuch. Nach der Besichtigung der 2003 eröffneten Seniorenanlage mit 80 Betten wurde es ernst. Der CDU-Politiker Karl-Josef Laumann, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigter für Pflege, war gemeinsam mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Bernd Krückel, Geilenkirchens Partei-Chefin Theresia Hensen, dem stellvertretenden Bürgermeister Leonhard Kuhn  und dem Bürgermeisterkandidaten Ronnie Goertz vor Ort, um mit Geschäftsführer Hanno Frenken, Mitarbeitern und Auszubildenden-Vertreter Veränderungen und Neuerungen im Pflegebereich auszutauschen und  zu diskutieren.Laumann gab fundiert und umfangreich Auskunft und beantwortete Fragen „aus der Bundespolitik“, Problemstellungen sowie Perspektiven Herausforderungen in der Pflegebranche – dies mit Bezug zur Stadt Geilenkirchen. Auf den Nägeln brannte das Altenpflegegesetz (APG), MkD-Prüfungen, Dokumentation. Der Ruf der Pflegebranche, Zwei-Schichten-Pflege in Burg Trips, Fachkräftemangel, Musterschüler Franziskusheim und die Herausforderung der demografischen Entwicklung im ländlichen Raum, die „Quartiersprojekte“ waren Themen.

Laumann beschäftigte nicht vorrangig die Angst der Finanzierung. Eine gute Politik fragt: Wo sind die Menschen heute? In den nächsten Jahren wird der Pflegebedarf um 2 bis 3 Prozent  steigen. Dann, wenn immer mehr Menschen in die Lebenssituation kommen, ohne fremde Hilfe nicht mehr auszukommen. Zwei Drittel werden ausschließlich von Familienmitgliedern zu Hause versorgt. „Wenn wir das nicht hätten, wären wir am Ende“, so Laumann. Mehr Fachkräfte sind vonnöten.

Die 20 Jahre alte Pflegeversicherung bekommt jetzt eine Renovierung. Leistungen für die Tagespflege wurden verdoppelt und geben hochbetagten Menschen eine Struktur. Dies konnte Ulrike Mannheims, Mitarbeiterin des Tagespflegehaus St. Josef in Bauchem, bereits jetzt bestätigen.

„Wenn ich Bürgermeister wäre, würde ich mich fragen: Was habt ihr in der Tagespflege vor –  und das an unterschiedlichen kommunalen Stellen, die eingeführt werden müssen.“ Das wäre für Laumann  ein wichtiger Punkt.

Ronnie Goertz dazu: „Geilenkirchen hat ein Stadtgebiet und 30 Ortsteile bei heute 28500 Einwohnern, von denen 17 % älter sind als 65 Jahre. Bis 2030 wird diese Quote auf 26 % ansteigen. Ich werde über hochbetagte über 80 Jahre nachdenken. Bestrebungen,  die Berufe Altenpflege und Krankenpflege zusammenzulegen sind vorhanden, dies soll ein Ausbildungsgang werden, um gute Fachkräfte auszubilden.“

Hanno Frenken konnte hier, nicht ohne Stolz, bestätigen, dass die Franziskusheim gGmbH keinen Fachkräftemangel über 10 Jahre haben wird. Auch Überlegungen, Heim- und Tagespflege miteinander zu kombinieren, sind in den Köpfen der Verantwortlichen. Das könnte helfen, um einen evtl.  Übergang in den Pflegebereich zu erleichtern.

Ab Sommer wird die Franziskusheim gGmbH 100 Auszubildende intensiv ausgebilden. Hier sind bereits zwei Sprecher gewählt. Linda Paulke und Marvin Limpinsel vertreten ab Sommer je 50 Auszubildende. Frenken möchte die Fähigkeiten der Auszubildenden nutzen, um sie qualitativ gut auszubilden und ihren Fähigkeiten entsprechend einzusetzen. Junge Leute mit jeder Schulausbildung und Migrationshintergrund gehören hier selbstverständlich dazu.

„Wir sind anders“, so Hanno Frenken. „Man muss was tun, damit die Leute bleiben. Wir versuchen mehr für die Auszubildenden zu tun, auch mit unterstützenden Maßnahmen.“

Allgemein wurde über die Bezahlung der Pflegekräfte gesprochen, über Schulgeld, das in manchen Bundesländern noch bezahlt werden müsse. Dies nicht in NRW. Es sei viel Unvermögen in den Regionen unterwegs, man brauche sich nicht zu wundern, dass über ein Fachkräftemangel gestöhnt werde.

Laumann erhält 7000 Briefe, die von 18 Mitarbeitern beantwortet werden. Seine inhaltlichen Schlüsse: Das Schulgeld muss weg, beide Berufsausbildungen (Kranken- und Altenpflege) müssen  vereinheitlicht werden, und er hofft, dass „wir das hinkriegen“.

Zum Pflegebedürftigkeitsbericht erläuterte Laumann: „Wir verändern in Wahrheit die Definition, was Pflege ist. In den letzten 20 Jahren ist das so, dass wir Pflegebedürftigkeit vom Defizit her messen, der Prozess ist über bestimmte Minuten entstanden. Jetzt wollen wir die neue Pflege, die auch von Pflegewissenschaftlern ausgeleuchtet wurde, reformieren.“ Es sollen nur noch Veränderungen in der Pflegesituation dokumentiert, Pflege nach Minuten abgeschafft werden. Mannheims: „Das wäre wunderbar, weniger Arbeit mit der Dokumentation, mehr Zeit für die zu Betreuenden.“

Zur Seniorenbetreuung: Die Zahl der an Demenz Erkrankten nimmt zu. Betreuung und Begleitung gehören dazu. Die Chemie zwischen Betreuer und Erkranktem muss stimmen. „Wie müssen die Menschen dort abholen, wo sie herkommen.“ Auch hier startet das Franziskusheim ab Herbst mit einem neuen Projekt (hierüber wurde bereits berichtet). Beim Thema Demenz setzte sich Laumann dafür ein, zu einem neuen Pflegebegriff zu kommen. Das heißt, es wird fünf Pflegegrade mit mehr Leistungen geben. „Das Gesetz ist so gut wie fertig, ab dem 12. August wird es ins Kabinett gehen.“

12.500 Einrichtungen müssen neu verhandelt werden, so Laumann. Stadtteilquartiere, das Ehrenamt, der demografischer Wandel auf den Dörfern – da herrsche dringender Handlungsbedarf. Sein Wunsch ist es, dass Einrichtungen mehr als kommunale Infrastruktur mit bester Qualitätskontrolle begriffen werden. „Das müssen wir hinkriegen.“

Mannheims bestätigte in der weiteren Diskussion: „Das Netzwerk palliativ, Hospizgesetz, Sterbebegleitung haben wir schon, mit übergreifenden Fortbildungen. Jemand der stirbt, ist nicht allein. Wir profitieren sehr von engem Miteinander.“ Frenken bestätigte, dass man gerade neue Ideen entwickle. Bei Themenfeldern wie integrative Tagespflege und Nachtpflege bestehe ein riesiger Bedarf.

Ronnie Goertz will sich nach einer eventuellen Wahl als Bürgermeister für diese Belange einsetzen. Es besteht Einigkeit darüber im Stadtgebiet und in den Stadtteilen, dass es Handlungsbedarf gebe. Diese auch mit dem Ehrenamt zu verknüpfen, sollte eine gemeinsame Aufgabe sein.

Das Thema kommunale Infrastruktur kann nur gemeinsam angepackt und gelöst werden. Dabei ist die Franziskusheim gGmbH ist ein starker Partner in der Stadt.

Bürgermeisterkandidat Nummer drei geht ins Rennen – Manfred Theves stellt sich zur Wahl

Geilenkirchen. Nach der definitiven Absage des amtierenden Bürgermeister, Thomas Fiedler, für eine erneute Kandidatur, schien etwas Ruhe in die Diskussion um die neu zu wählende Verwaltungsspitze in Geilenkirchen gekommen zu sein. Nach dem Willen der politischen Kräfte sollte es letztlich ein “Kampf” zwischen dem der CDU nahestehenden Ronnie Görtz und Christian Kravanja von der “Freien Bürgerliste” werden. Hatten doch die Sozialdemokraten ihren vermeintlichen Kandidaten nicht vorstellen können, da dieser aus privaten Gründen seine Kandidatur zurück zog. Doch jetzt kommt plötzlich wieder Bewegung ins Ringen um den Bürgermeisterposten. Mit dem parteilosen Manfred Theves aus Teveren wird ein dritter Kandidat um Wählerstimmen kämpfen.“Für mich ist keiner der bisher vorgestellten Kandidaten wählbar. Daher habe ich mich vor einigen Wochen dazu durchgerungen, entsprechende Unterschriften zu sammeln, um mich zur Bürgermeisterwahl anmelden zu können”, so Theves. Der Tevereraner ist seit Jahrzehnten ein bekannter Mann nicht nur in Teveren. Dort führt er einen Imbiss, der weit über die Ortsgrenzen hinweg bekannt ist. Im politischen Geschehen ist er noch ein unbeschriebenes Blatt. Doch dies soll sich bald ändern: “Bis Mitte Juni werde ich mich noch zurückhalten und nur hier und da einmal eine Versammlung besuchen. Jedoch sind die Wochen vor der BM-Wahl wichtiger und dann werden mich die Bürger auch sehen und kennen lernen”, zeigt sich Theves kämpferisch. Bleibt abzuwarten, wie die Parteienwelt in Geilenkirchen auf den neuen Kandidaten reagieren wird.

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