Gillrath: Im Umfeld der künftigen Turnhalle noch keine Barrierefreiheit

Geilenkirchen. Es gibt noch Hindernisse auf dem Weg zur lang ersehnten Turnhalle und Schulerweiterung in Gillrath. Das gilt vor allem für das Umfeld, den Spiel-, Pausen- und Freizeitbereich für die Kinder, für den Landschaftsarchitekt Harald Schollmeyer im Umwelt- und Bauausschuss eine auf den ersten Blick ansprechende Planung vortrug.

Auf der unteren Ebene, also der Ebene des jetzigen Schulhofs soll demnach neben der zu bauenden Turnhalle ein gepflasterterMultifunktionsbereich entstehen, geeignet für Markierungen, Spiele oder auch für mögliche Veranstaltungen. Von dort aus ist in Richtung Sportplatz eine rund vier Meter hohe Böschung zu überwinden, was der Planer mit einer lang gezogenen und unterbrochenenTreppenanlage machen will. Auf der Ebene oberhalb der Böschung sollen dann Spiel- und Freiflächen entstehen. Im Spielbereich werden die noch vorhandenen Geräte wieder genutzt und mit neuen Geräten ergänzt. Eingerahmt wir die ganze Anlage mit einer „grünen Kulisse“ aus Bäumen und Sträuchern und einer Zaunanlage. Letztere erhält ein Tor zur schnellen Erreichbarkeit des angrenzenden Sportplatzes und als Zugang für Geräte oder Fahrzeuge des Bauhofes.

 

Die Ausführungen des Planers schienen zunächst auf Wohlwollen zu stoßen, bis man einen grundlegenden Mangel benannte. Wilfried Kleinen als Sprecher der Fraktion „Geilenkirchen bewegen und FDP“ stellte die Frage„Und was ist mit der Barrierefreiheit?“ Verwundert über diesen Mangel zeigten sich auch Gabriele Klas-Deußen (Für GK) und Daniel Bani-Shoraka (Grüne), der die Notwendigkeit einer Rampe betonte. Dass vom Planer geäußerte Vorschläge wie zum Beispiel der Weg durch das Schulgebäude für Rollstuhlfahrer keine Chance hatten, wurde klar, als Helmut Gerads als Sprecher der Bürgerliste und ehemaliger Schüler in Gillrath feststellte, dass es im Gebäude keinen Aufzug gebe, um das Treppenhaus zu überwinden.

 

Auf den Bau einer Rampe wies auch Holger Sontopski (SPD) hin, während Grünen-Sprecher Jürgen Benden sich geschockt über die nicht beachtete Barrierefreiheit zeigte. „Mit solchen Fehlern machen wir uns lächerlich, die Planung ist für die Tonne“, sagte Benden und vermisste vor allem, dass nicht mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt darüber gesprochen wurde. An die Verwaltung richtete er die Frage, was mit dem Ausgleich für die im Schulbereich bereit gefällten 20 Bäume sei. 15 neu zu pflanzende kleine Bäume könnten nicht die Lösung sein. Derzeit müsse man von einem größtenteils schattenfreien Schulhof ausgehen. Die Außenplanung, so das Ergebnis der Diskussion, soll gemeinsam mit der Verwaltung überarbeitet werden.

 

Architekt Ralf Hansen hatte den leichteren Part, als er zum eigentlichen Gebäude Stellung nahm- Die einzige größere Änderung zur ursprünglichen Planung ist demnach, dass man auf den Verbindungstrakt zwischen Schule und Turnhalle mit zusätzlichem Klassenraum verzichtet, da es anderenfalls kompliziertere Brandschutzvorschriften gebe. An der Halle soll stattdessen ein vor Regen schützendes Vordach angebracht werden. Für Diskussionsstoff sorgte hier aber die Frage von Barbara Slupik (CDU), ob man die Halle auch als Mehrzweckhalle nutzen könne. Für die Verwaltung warnte Stephan Scholz vor diesem Begriff, da die Fördermittel eindeutig an eine Turnhalle gebunden seien. Gabriele Klas-Deußen (Für GK) wies in diesem Zusammenhang auf die akute Raumnot der Gillrather Vereine hin, während Grünen-Sprecher Jürgen Benden betonte, es gehe zunächst nur um Schulraumn, die Gillrather Grundschule platze schließlich aus allen Nähten.

 

Auf die Fragen von Holger Sotopski nach dem Zeitplan sagte Architekt Ralf Hansen, dass der Bauantrag gestellt sei. Von der Verwaltung wurde ergänzt, dass die Ausschreibungsunterlagen für die Halle vorbereitet seien und man mit einem Baubeginn im Sommer 2020 rechnen könne. (mh)