Ratsmehrheit spricht sich für eine neue „Landpartie“ aus

Geilenkirchen, Auf wenig Gegenliebe stieß im Geilenkirchener Stadtrat der Vorschlag der Verwaltung, auf die bisher alle zwei Jahre stattfindende „Landpartie“ im Sommer auf dem Hünshovener Hof zu verzichten und stattdessen jährlich den Neujahrsempfang als einzigen städtischen Empfang abzuhalten, Der Neujahrsempfang in der Realschule war in diesem Jahr erstmals in der Regie der Stadt durchgeführt worden, in den Vorjahren gab es eine entsprechende Veranstaltung des Aktionskreises der Gewerbetreibenden. Dieser Empfang, so Bürgermeister Georg Schmitz im Laufe der Diskussion, sei ein großer Erfolg gewesen und könne zu einem echten Bürgerempfang ausgebaut werden.

In der Diskussion sprach sich Wilfried Kleinen für die Fraktion „Geilenkirchen bewegen und FDP“ dafür aus, die Landpartie beizubehalten. Sie habe Tradition und sei für Geilenkirchen ein „Alleinstellungsmal“, während es Neujahrsempfänge überall gebe. Ähnlich sah das SPD-Sprecher Christoph Grundmann, der dafür plädierte, die Landpartie wieder jährlich stattfinden zu lassen.

Für Christoph Kravanja (Bürgerliste) sind beide Veranstaltungen verzichtbar, weil sie elitäre Treffen seien für geladene Gäste und dabei meist für Bürger, die „ihr Essen auch selbst bezahlen können“.  In Bezug auf die Landpartie sah Jürgen Benden (Grüne) die Verzichtbarkeit noch krasser. Bei der Landpartie treffe man sich mit in Bussen angekarrten  Militärs, um „frei zu essen und zu saufen“. Beim Neujahrsempfang dagegen habe es gute Gespräche gegeben. Die Bemerkung Bendens empfand Wilhelm Josef Wolff (Geilenkirchen bewegen und FDP) als „respektlos“. Den Soldaten müsse man zeigen, dass sie in Geilenkirchen dazugehören.

Dass Geilenkirchen immer noch Garnisonsstadt sei, meinte auch Max Weiler (CDU). Da man keine zwei Veranstaltungen finanzieren könne, sollte man doch über eine Kombination der beiden Veranstaltungen nachdenken, die Landpartie gleichsam „aufweichen“ und zu einen Bürgertreffen in tollem Ambiente (Hünshovener Hof) machen. Dem Vorschlag folgte die große Mehrheit des Rates und stimmte einer jährlichen, sommerlichen Landpartie in veränderter Form zu. (mh)