Beeindruckende Studienreise der Europa-Union nach Luxemburg

Geilenkirchen. Bekanntlich ist Berlin immer eine Reise wert. 17 Mitglieder der Europa-Union Geilenkirchen sind nun nach einer viertägigen Studienreise durch das Großherzogtum Luxemburg davon überzeugt, dass eine nochmalige Reise in das nicht so weit entfernte Nachbarland ebenfalls lohnenswert ist. “Ein reizendes Land … Wälder, wie sie in Märchen vorkommen, Weingärten, die sich zu silbernen Wasserläufen herabsenken, reife Kornfelder, leuchtend in der Abendsonne”, so beschrieb im Jahr 1927 ein italienischer Diplomat die landschaftliche Schönheit und Vielfalt des mit 2.600 qkm nach Malta zweitkleinsten Mit-gliedslands der Europäischen Union. Und dabei hatten die für Luxemburg charakteristischen zahlreichen Burgen noch nicht einmal Erwähnung in der Beschreibung des Diplomaten gefunden.

Bereits auf dem Weg zur ersten Station der Reise Echternach beeindruckte schon von weitem die Schlossburg Vianden die Geilenkirchener, gilt sie doch als “die Schönste im ganzen Land”. Nicht weniger beeindruckt waren sie dann von einer 90minütigen Führung durch Echternach, der ältesten Stadt des Landes. Im Jahr 698 vom Hl. Willibrord gegründet, versetzt Echternach seine Besucher ins Mittelalter. Stattliche Bürger- und Adelshäuser, Basilika und Benediktinerabtei prägen das Bild der von 5.000 Menschen bewohnten Stadt an der Sauer. Der Marktplatz mit seinen einladenden Straßencafés und hübsch dekorierten Schaufenstern kleiner Geschäfte ist das Herz der Stadt, die dank ihrer jährlichen Springprozession am Pfingstdienstag weit über Luxemburgs Grenzen hinaus bekannt ist, schließlich ist dieses Ereignis seit 2010 UNESCO-Weltkulturerbe.

Westlich von Echternach lud anschließend das Müllerthal zu einer dreistündigen Rundfahrt mit einer kleinen Wanderung ein. Tiefe Schluchten, mächtige Formationen von Sandsteinfelsen, Klüften und Grotten prägen diese wunderschöne Landschaft.

Auf einer Studienreise der Europa-Union ins Ausland darf natürlich der Besuch beim jeweiligen deutschen Botschafter nicht fehlen. So war der herzliche Empfang des deutschen Bot-schafters Dr. Heinrich Kreft in seiner eindrucksvollen Residenz, am Rande der Stadt Luxemburg gelegen, ein weiterer Höhepunkt der Reise. Dr. Kreft wies auf die bedeutsame Rolle des Großherzogtums in der Historie und Entwicklung der Europäischen Union hin. Brüssel und Straßburg sind die politischen Schaltzentralen, das Herz der Union schlägt in Luxemburg, kein Wunder, gelten die Luxemburger doch wegen ihrer Freundlichkeit, Höflichkeit und Mehrsprachigkeit als gern gesehene Gastgeber für Konferenzen und als Standort zahlreicher europäischer Institutionen.

Eine wichtige dieser Einrichtungen, den Europäischen Rechnungshof, besuchten die deut-schen Gäste und erfuhren in einem spannenden Vortrag, welche Aufgaben seine rund 900 Mtarbeiter im Dienste Europas wahrnehmen. Als unabhängige externe Rechnungsstelle vertritt der Rechnungshof die Interessen der europäischen Steuerzahler, indem er die ordnungsgemäße Verwendung der Finanzen der Europäischen Union prüft.

1000 Jahre Geschichte wurden an einem Nachmittag auf einer Rundfahrt und einem Rundgang durch die Stadt Luxemburg lebendig. Zahlreiche eindrucksvolle Gebäude wie beispielsweise die Kathedrale Notre-Dame, der Paradeplatz (Place d’Armes), das Großherzogliche Palais, die gesamte Altstadt sind eindrucksvolle Zeugen glanzvoller Zeiten, während auf dem Kirchberg gläserne Architekturen und andauernde rege Bautätigkeiten der Stadt das Image “die Moderne” verleihen.

Eine ganztägige Bootsfahrt mit dem Motorschiff “Princesse Marie Astrid” auf der Mosel bis Trier und zurück sorgte am vorletzten Tag für Entspannung. Auf dem Vorgängerschiff der heutigen “Princesse Marie Astrid” wurde im Juni 1985 das historische Schengener Abkommen unterzeichnet, das den Bürgern und Bürgerinnen der Europäischen Union erhebliche Reiseerleichterungen innerhalb der Union verschaffte. Da war es selbstverständlich, dass die Geilenkirchener auch dem kleinen Ort Schengen einen Besuch abstatteten und sich hier über den politischen und kulturellen Einigungsprozess der Europäischen Union informierten.                                  

Den Schlusspunkt einer sehr informativen und abwechslungsreichen Studienreise bildete der in tiefe Wälder der Ardennen eingebettete Luftkurort Clervaux. Hier überragt die 1910 erbaute Benediktinerabtei das romantisch erscheinende Städtchen, in dem die gemütliche Fußgängerzone zum Bummel einlädt.