Geilenkirchener Europafreunde besuchten Münster, die „Stadt des Westfälischen Friedens“

Geilenkirchen. Im Jahr 1648 fand in Münster und Osnabrück ein Ereignis von europäischem Rang statt. Mit dem „Westfälischen Frieden“ wurden der durch den Prager Fenstersturz 1618 ausgelöste Dreißigjährige Krieg und der Achtzigjährige Krieg, auch als „Spanisch-Niederländischer Krieg“ in die Geschichte eingegangen, endlich beendet. Es war verständlich, dass daher rund 50 Mitglieder und Gäste der Europa-Union Geilenkirchen beim Besuch der Stadt Münster den so  genannten Friedens-saal im gotischen Rathaus als erstes aufsuchten.

Der Friedenssaal steht in der europäischen Geschichte für den ersten großen Diplomatenkongress (1644 – 1648), der eine europäische Friedensordnung schuf. Kaum zu glauben, dass dieses Ziel überhaupt erreicht wurde, wenn man dem Tagebucheintrag eines Gesandten, der an den fünfjährigen Verhandlungen teilnahm, Glauben schenkt. Denn dort hieß es unter anderem: „Die Hölle muss leer sein, alle Teufel sind in Münster.“

Der Wettergott meinte es gut mit den Geilenkirchener Europafreunden, die sich vom Rathaus auf eine sachkundige Führung durch die als Deutschlands „fahrradfreundlichste“ geltende Stadt begaben. Münster, dessen Name auf das lateinische Wort „monasterium“ (für „Kloster“)  zurückgeht,

 verdankt seinen Ursprung der Klostergründung durch den friesischen Missionar Liudger im Jahr 793. Bereits 1170 erhielt Münster wegen der wachsenden Einwohnerzahl das Stadtrecht. Der Prinzipalmarkt mit seinen prächtigen, nach dem letzten Krieg wieder erbauten Kaufmannshäusern zeugt von der großen wirtschaftlichen Bedeutung Münsters als Hansestadt im 14. und 15. Jahrhundert.

Neben dem Arkadengang und den Giebelhäusern des Prinzipalmarktes ist der Erbdrostenhof in der Salzstraße ein weiteres herausragendes historisches Bauwerk. Das barocke Adelspalais wurde im Jahr 1755 von Johannes Conrad Schlaun erbaut, der über das fürstbischöfliche Schloss (heute Sitz der Uni-versitätsverwaltung) hinaus weitere beeindruckende bauliche Spuren in der Stadt hinterlassen hat.

Auf einem Stadtrundgang sind die zahlreichen katholischen Kirchen nicht zu übersehen. Sie sind Zeugnisse der Zeit, in der Münster ein bedeutendes geistliches Zentrum des Katholizismus‘ war, das aber immerhin seit Beginn des 19. Jahrhunderts protestantische Einwohner „duldete“.

Die beiden wichtigsten Kirchen sind der St.-Paulus-Dom und die Lambertikirche. Der erste Bau des Doms begann im Jahr 805, während Kaufleute der Stadt die Vorläuferin der Lambertikirche um das Jahr 1000 als „Gegenkirche“ zum bischöflichen Dom erbauten.  Die Lambertikirche erlangte Bekanntheit durch die Körbe am Turm, in denen Mitte des 16.  Jahrhunderts die „Wiedertäufer“ nach ihrer Hinrichtung weithin sichtbar zur Abschreckung aufgehängt wurden.

Mit 300.000 Einwohnern ist Münster das Zentrum des Westfalenlandes. Die Stadt gilt heute als Dienstleistungs- und Verwaltungsstandort. Als „Stadt der Wissenschaft“ beherbergt Münster mit der Westfälischen-Wilhelms-Universität eine der zehn größten deutschen Universitäten und mit der FH

Münster eine der größten Fachhochschulen des Landes. So wundert es nicht, dass auch in vorlesungsfreien Zeiten ein Großteil der über 60.000 Studentinnen und Studenten das Stadtbild prägen.

Der Aa-See vermittelt der Stadt ein besonderes fast südliches Flair. Zahlreiche Grünflächen umgeben den 40 Hektar großen See und gestalten damit den größten Naherholungsraum im Stadtgebiet von Münster. Hier beendeten die Geilenkirchener Besucher an einer reich gedeckten Kaffeetafel ihren eindrucksvollen und informativen Besuch, ehe es dann auf die Rückfahrt nach Geilenkirchen ging.

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