Geilenkirchen: Stadt wird weiter das Gespräch mit Verdi suchen – Verkaufsoffen zum Weinfest

Geilenkirchen. Eine Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen, im Klartext: die Termine für die verkaufsoffenen Sonntage, muss in der Juli-Ratssitzung neu beschlossen werden. Diese Entscheidung traf der Geilenkirchener Stadtrat am Mittwochabend zwar einstimmig, aber nicht ohne zuvor kontrovers und ausgiebig zu diskutieren. Hintergrund ist der Einspruch der Gewerkschaft Verdi, wegen dem das Frühlingsfest im Gewerbegebiet Niederheid abgesagt werden musste, und betroffen ist auch das Schlemmerfest „Culinaria“ in gut einer Woche, das ohne Einkaufsmöglichkeiten in den Geschäften auskommen muss.

Die Diskussion eröffnete SPD-Sprecher Christoph Grundmann. Er habe mit Vertretern von Verdi gesprochen und dabei erfahren, dass die Gewerkschaft mindestens drei Wochen vor anstehenden Terminen informiert werden wolle, für die Culinaria sei eine Absprache damit zu spät. Grundmann fand es auch nicht gerade glücklich, dass die für dieses Jahr anstehenden Öffnungs- und Veranstaltungstage in das letzte Quartal fallen. Möglichkeiten für eine Besserung der Situation sieht Hans-Josef Paulus (CDU), der auf die Bemühungen großer Handelsketten zur Lockerung des Ladenöffnungsgesetzes hinwies.

Nach einer Frage von Wilfried Kleinen (Geilenkirhen bewegen und FDP) zur Zusammenarbeit von Stadt und Aktionskreis der Geilenkirchener Geschäftsleute, berichtete Beigeordneter Herbert Brunen über Gespräche in einem Arbeitskreis zur Vorbereitung der Verhandlungen mit Verdi. Dabei müsse man nachweisen, dass die Besucherfrequenz bei der Veranstaltung, die parallel zur Verkaufsöffnung stattfindet, höher ist (oder in der Vergangenheit höher war) als die Zahl der Einkaufenden. Mit Nachdruck wies Brunen dabei darauf hin, dass die Gewerkschaft Verdi keine Genehmigungsbehörde sei und lediglich informiert werden müsse.

Einen zusätzlichen Aspekt brachte Grünen-Sprecher Jürgen Benden in die Diskussion. Es sei schade, dass man sich bei Veranstaltungen stets auf den Marktplatz konzentriere, was zur Verödung von Gerbergasse und Friedlandplatz führe. „Geilenkirchen besteht nicht nur aus dem Marktplatz“, so Benden. Rainer Jansen (Grüne) hält es für sinnvoll, ein besseres Verhältnis zu Verdi zu suchen. Später ergänzte er in Bezug auf die Culinaria: „Wir wissen seit sieben Wochen von der Verdi-Haltung, hätten also noch Zeit gehabt die Dreiwochenfrist für die Culinaria einzuhalten“.

Das sah auch Marko Banzet für die SPD so. Im „vorauseilenden Gehorsam“ habe der Arbeitskreis von Stadt und Aktionskreis die Geschäftsöffnungspläne zu früh zurückgenommen. „Das ist doch Sache des Aktionskreises“, meinte Helmut Gerads (Bürgerliste), während sein Fraktionskollege Christian Kravanja vor einem „Aktionskreis-Bashing“ warnte. Damit war das angesprochen, was unterschwellig die Diskussion begleitete: Die Haltung des Aktionskreises nämlich. Und Bürgermeister Georg Schmitz bestätigte dann auch, dass sich der Aktionskreis im Punkt der Sonntagsladenöffnung zugunsten des Weinfestes gegen die Culinaria entschieden habe. (mh)

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