Sommerliches Wetter bei der Muttertagsfahrt der Europa-Union

Geilenkirchen. Kaum zu glauben, etwa hundert Kilometer von Geilenkirchen entfernt, in der Wallonie, über Verviers oder Lüttich leicht zu erreichen, liegt einer der malerischsten Orte Europas: Durbuy. Mit seinen alten Häusern und schmalen Gassen zu beiden Seiten der Ourthe vermittelt Durbuy einen mittelalterlichen Eindruck und zieht seine Besucher sofort in Bann. Nicht anders erging es den 36 Teilnehmern der diesjährigen Muttertagsfahrt, zu der die Europa-Union Geilenkirchen Mitglieder und Gäste eingeladen hatte.

Durbuy, ursprünglich eine mittelalterliche Siedlung, wurde im Jahr 1331 durch Johann von Böhmen, auch als Johannes der Blinde bekannt, Graf von Luxemburg und König von Böhmen, offiziell in den Rang einer Stadt erhoben. Um vor Eindringlingen geschützt zu sein, errichteten die Bürger der kleinen Ortschaft eine Stadtmauer, die eine zwei Hektar große Fläche umschloss. Hier entstand dann die kleinste Stadt der Welt, die heute knapp 400 Einwohner zählt. Das „neue“ Durbuy umfasst inzwischen elf Ortschaften mit insgesamt 10.000 Einwohnern.

Der Name Durbuy geht vermutlich auf eine altlateinische Wortzusammensetzung zurück und bedeutet so viel wie „Behausungen an der Festung“. Der Gang durch den Ort gleicht einem Streifzug durch die Vergangenheit. Unter sachkundiger Führung staunten die Geilenkirchener Besucher zunächst über das historisch wohl wertvollste Gebäude  Durbuys, eine aus dem 14. Jahrhundert stammende ehemalige Getreidehalle. Ursprünglich bestand das gesamte Haus aus Fachwerk, im Laufe der Zeit entstanden jedoch steinerne Außenwände. Mal diente die Halle als Getreidekammer, Hochgerichtssaal, Schöffenhaus oder Brauhaus.

Über eine andere Sehenswürdigkeit ging es weiter, nämlich über die älteste Straße Durbuys. Diese Gasse, benannt nach einem Dichter und Troubadour, der im 19. Jahrhundert die Schönheit der Ourthe und der Ardenner Landschaft besang, ist die einzige, die noch mit Kieselsteinen aus der Ourthe befestigt ist. Überragt wird Durbuy von dem 1731 neu errichteten Schloss der Grafen von Ursel. Das am Ufer der Ourthe gelegene und eindrucksvolle Schloss erfuhr im 19. Jahrhundert mehrere Restaurierungen und Umbauten und wird derzeit vom Grafen von Ursel, seiner Ehefrau und Mutter bewohnt. Das weitere Stadtbild prägen unter anderem ein ehemaliges Kloster der Rekollektinnen und die 1632 erbaute Nikolauskirche, die die Rekollektenbrüder nutzten, bis sie dann am Ende der Französischen Revolution 1795 enteignet wurden.

Bestaunt wurde auch ein aus zahlreichen Kalksteinschichten bestehender Felssattel, der sich hinter einem ehemaligen Amphitheater über der Ourthe erhebt. Geologen zufolge, die das Alter dieser Kalksteinschichten auf etwa 360 Millionen Jahre datieren, soll sich in jener Zeit hier ein Meer mit Korallen befunden haben.

Den Abschluss der Muttertagsfahrt bildete der Besuch der Chocolaterie Darcis in Verviers. Hier genossen die Geilenkirchener Europafreunde mit den süßen Spezialitäten des Hauses die letzte Stunde eines eindrucksvollen und interessanten Maisonntags.

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