Frühlingsbeginn auf Madeira erlebt

Studienreise der Europa-Union Geilenkirchen auf die Blumeninsel im Atlantik

Geilenkirchen. Nach Lissabon vor zwei Jahren war nun erneut eine portugiesische Destination das Ziel einer Studienreise der Europa-Union Geilenkirchen: die im Atlantik auf demselben Breitengrad wie das marokkanische Agadir gelegene Blumeninsel Madeira. 35 Europafreunde vertrauten zahlreichen Madeira-Reiseführern, dass es ab „März dann auf der Blumeninsel mit der Blütezeit so richtig losgehe“. Und in der Tat, sie wurden nicht enttäuscht – im Gegenteil.

Für Madeira, mit gut 700 qkm Fläche nicht viel größer als der Kreis Heinsberg, sollte wohl eine Woche reichen, um die Insel kennenzulernen, so die einhellige Meinung der Besucher aus dem Kreis Heinsberg im Vorfeld der Reise. Eingefangen von den Schönheiten der verschiedenen Landschaften, beeindruckt von der Vielfalt der wunderbaren Pflanzenwelt, beseelt von eindrucksvollen Besichtigungen und Erlebnissen, stand spätestens am letzten Tag der Reise bereits fest, dass in zwei oder drei Jahren eine weitere Studienreise dorthin erfolgen sollte.

Zu sehen gab es in den acht Tagen auf Madeira sehr viel. Unter der sachkundigen Begleitung der deutschsprachigen Reiseführerin Teresa ging es gleich am ersten Tag in den Nordwesten der Insel. „Landschaftlich spannend“ und eine Fahrt in den Norden „entlang einer wildromantischen Küste“ verhieß hierzu der Reiseführer, was sich voll bestätigte. Das Cabo Girão (übersetzt: Endpunkt der Rundreise) zählt mit rund 590 m zu den höchsten Steilküsten der Welt, die höchste Europas ist es sowieso. Die Einkehr in einen für die Landschaft typischen Landgasthof bot Gelegenheit, die regionale Küche erstmalig kennenzulernen. „Espetada“ nennen die Inselbewohner den Fleischspieß, mit Knoblauch und Lorbeer pikant gewürzt. Wer Knoblauch nicht mochte, für den gab es den ebenfalls inseltypischen Schwarzen Degenfisch, einen schmackhaften Bewohner der Tiefsee, serviert mit gedünsteter Banane und Maracujasoße. Weiter ging es nach der Stärkung vorbei an zahlreichen Wasserfällen bis Porto Moniz, dem nordwestlichsten Punkt Madeiras.

Funchal, Hauptstadt der Insel, stand im Mittelpunkt des nächsten Besuchstages. Eindrucksvoll sind unter anderem die aus dem Jahr 1517 stammende Kathedrale, erbaut im manuelinischen Stil und mit einer Holzdecke, die die aufwendigste ihrer Art in ganz Portugal ist, sowie die Markthalle, verziert mit den typischen Azulejos-Fliesen. Ein Besuch der ehrwürdigen Weinkellerei der Familie Blandy mit Probiergelegenheiten durfte ebenso wenig fehlen wie ein paar Tage später der Spaziergang durch den dank seiner Pflanzenfülle exotisch anmutenden Botanischen Garten.

Monte, ein 550 m hoch gelegener Vorort Funchals, fasziniert mit verträumten alten Villen in prächtigen Parkanlagen. Hier liegt der letzte Kaiser Österreichs Karl I. begraben. Nach seiner Verbannung verstarb er im Exil auf Madeira im Jahr 1922. Zwar verbinden winklige Straßen und Seilbahnen den exklusiven Vorort mit dem Zentrum Funchals, Touristen jedoch reizt die zwei Kilometer lange Fahrt hinunter mit dem auf der Welt einmaligen Korbschlitten, eines aus dem 19. Jahrhundert stammen den Transportmittels. Klar, dass auch die Geilenkirchener Europafreunde den Spaß der Korbschlittenfahrt nicht missen wollten.

Auf Madeira gewesen zu sein und keinen Ausflug auf den Atlantik unternommen zu haben, das ist für die meisten Touristen undenkbar. Eine unvergessliche Gelegenheit hierzu eine mehrstündige Fahrt mit der „Santa Maria“, einem originaltreuen Nachbau des Dreimastseglers, mi t dem Christoph Columbus Ende des 15. Jahrhunderts auf seine ersten Entdeckungsreisen ging. Und den Blick auf springende Delfine gab es für die Mitreisenden dabei gratis.

Von den weiteren beeindruckenden Sehenswürdigkeiten der einwöchigen Studienreise seien Eira do Serrado mit dem einmaligen Blick in das malerische „Nonnental“, der Pico Ruivo (mit 1861 m der höchste Gipfel Madeiras), die Levadas (Wasserkanäle zur Versorgung der landwirtschaftlichen Flächen), die alte Zuckerrohrfabrik in Porto da Cruz und die Halbinsel São Lourenço genannt. An der Ponta de São Lourenço wird der geologische Aufbau Madeiras deutlich sichtbar. Hier können Besucher bizarrste Felsformationen entdecken.

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