Geilenkirchen „schaltet Tihange aus“: Säule in der Passage

Geilenkirchen. Die Idee wurde vor gut drei Monaten bei einem Telefonat zwischen Christian Kravanja und Jürgen Benden geboren. Nachdem der Schrottmeiler im belgischen Tihange auch in der Öffentlichkeit eine immer realer werdende atomare Bedrohung auch unserer Region wurde, fanden die Fraktionsvorsitzenden der Bürgerliste und des Bündnis 90/Die Grünen schnell einen gemeinsamen Nenner. „Geilenkirchen braucht eine Tihange-Aus-schalten-Säule“, wie es Kravanja am Freitag bei der symbolischen Inbetriebnahme in der Passage zwischen Konrad-Adenauer-Straße und Gelo-Carree formulierte.

Nun steht die Säule mitten in der Passage. Und schon wenige Minuten nach Inbetriebnahme zeigte das mechanische Zählwerk über 100 „Abschaltungen“. Die Säule in Geilenkirchen ist die erste im Kreis Heinsberg und die insgesamt sechste, die die Initiatoren Lars Harmens und Rolf Jägersberg angestoßen haben. Die anderen fünf befinden sich in der Städteregion Aachen. Jede Stimme wird gezählt und wöchentlich der belgischen Regierung und dem Betreiber des Pannen-Reaktors übermittelt.

Nun war der Weg von der Idee zur Verwirklichung nicht frei von Hindernissen. Von einigen Ratsfraktionen gab es sogar offenen Widerstand. „Aber davon haben wir uns nie entmutigen lassen“, betonte Kravanja. Und Jürgen Benden skizzierte die Bedrohung, die vom maroden Atomreaktor Tihange ausgeht, mit drastischen Worten, die die Notwendigkeit des Bürgerprotestes noch unterstrichen.

Der Dank der beiden Fraktionsvorsitzenden galt vor allem den Spendern, die diese Säule überhaupt erst ermöglicht haben: Rechtsanwältin Karola Brandt, CSB-System, Franz Davids Sand- und Kiesgruben, Dachdeckerbetrieb Jansen, Christa und Alfons Nickels, Malerbetrieb Andreas Rudatis, Bauunternehmung Tholen sowie die Grünen und die Bürgerliste. „Wichtig war uns von Anfang an auch, dass keine Steuermittel verwendet werden“, sagte Kravanja und forderte die Bürger aus Geilenkirchen und den umliegenden Orten auf, möglichst oft Gebrauch vom Ausschalthebel zu machen.

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